Unter diesem Motto besuchen die beiden 8G-Klassen (NE, BAL, RJ) und die 7G (ARL, EIB) an jeweils einem Tag der Herbst-Projektwoche den Gladenbacher Weltladen. Alle Klassen sind vorbereitet, denn zum Thema Nachhaltigkeit haben alle schon gearbeitet. Einige SchülerInnen kennen den ehrenamtlich geführten Laden der ev. Kirchengemeinde bereits als KundIn oder von einem Schnupper-Besuch in der 4. Und 6. Klasse.
Anhand von Impulsfotos und mithilfe des Weltspiels entdecken die SchülerInnen zunächst Widersprüche, formulieren Fragen. So zeigen sie sich erstaunt über das „langgezogene“ Afrika auf der begehbaren Weltkarte. Die Mitarbeiterin des Weltladens Gladenbach erläutert den Unterschied zwischen der Mercator-Kartenprojektion aus dem Schulatlas und der neuen „Equal-Earth“-Darstellung, die die Erdteile zeigt, wie sie sind, zum Beispiel Europa viel kleiner als bisher. Nach einem interaktiven Zugang sind alle SchülerInnen überrascht über die Verteilung der Weltbevölkerung und ihr Einkommen. Im Schätzen und Verteilen von Spielfiguren erfahren sie, dass z.B. in den USA und Kanada nur 5% der Weltbevölkerung leben, die über 30 % des Welteinkommens verfügen. Europa hat einen Anteil von 10% an der Weltbevölkerung und besitzt über ca 25% des Welteinkommens.18% aller Menschen leben auf dem afrikanischen Kontinent. Auf diesen entfallen ca 3 % des Welteinkommens. „Krass, voll ungerecht“ kommentieren einzelne SchülerInnen die globalen Unterschiede.
Highlight der Vormittage ist natürlich die Erkundung des Weltladens, der Faire Handel zum Anfassen. Mit Hilfe eines Beobachtungsbogens wird in Kleingruppen ein Produkt aus dem Lebensmittel- oder Handwerksbereich ausgesucht. Dazu werden Handelswege und Geschichte von Kaffee, Schokolade, Bananen, aber auch Filzblumen und Ledertaschen, nachvollzogen. Ergänzt werden die Ergebnisse durch Erläuterungen der Mitarbeiterin, u.a. zu Zertifizierung, Transparenz und Siegeln im Fairen Handel. So enthalten Fairtrade-Produkte im Supermarkt oft nur 20% Anteil fair gehandelter Zutaten, wie Kakao, Zucker o.ä., demgegenüber sind es im Weltladen 100%.
„Cool“, auf manchen Sachen sind hinten Bilder von den Leuten, die Kakao anbauen“, so der Kommentar einer Schülerin.
Kakaoanbau im Regenwald, Kinderarbeit in den Minen Boliviens oder Arbeitsbedingungen in den Fast-Fashion-Fabriken im Globalen Süden. Über diese und ähnliche Themen können sich die SchülerInnen im Weltladen informieren und mit Bezug zu ihrem eigenen Alltag konkrete und wirksame Lösungen entwickeln.
Während für die 8.Klasse Vertiefung und Weiterarbeit in der Schule erfolgen, wandert die 7G nach der Weltladen-Erkundung in den Nachbar-„Laden“, organisiert vom Diakonischen Werk. Seit mehr als 10 Jahren wird darin Nachhaltigkeit in Form von Secondhand-Kleidung angeboten.



