Kaffee, Kugeln und Ketten-Karussell

Das „Besondere im Alltag miterleben“, nach diesem „Motto“ verläuft das zum Teil spontan geplante Nachmittagsprogramm mit den Lehrer-FreundInnen aus Kisomachi. Nach der Hospitation im Unterricht und dem gemeinsamen Essen in der Mensa unternehmen einige ehem. KollegInnen aus dem Arbeitskreis „Tansania/Globales Lernen“ gemeinsam mit Philip Kyara, Glory Kessy und Nicolas Lyatuu verschiedene Ausflüge und Besuche in der Region. So besuchen wir am Nachmittag des Sponsorenlaufs die Hofgemeinschaft Kehna. In der Weberei sind wir bereits angekündigt und werden herzlichst willkommen geheißen. Ausführlich und voller Freude erklärt uns eine Mitarbeiterin mit Behinderung den komplexen Vorgang des Webens, spricht von Kette, Garnen, von Farben und Mustern. Sprachbarrieren mit den englischsprachigen Gästen gibt es kaum, da die junge Frau am Webstuhl sitzt und mit einer Hand unmittelbar die einzelnen Arbeitsschritte beim Weben eines bunten Läufers vorführen kann.   

Die Kilimanjaro-Region um die Städte Moshi und Arusha ist Kaffeeland. So werden uns von den tansanischen FreundInnen gemeinsam mit der Mitarbeiterin im Kehna-Café ZAMADI Röstverfahren, Geschmacksrichtungen der Kaffeebohnen und ihre Herkunft, u.a. aus Tansania erklärt.

Stille im angrenzenden Biotop, um der Vogelwelt und einzelnen Kaulquappen zu lauschen. „A great day “, so Nicholas` Kommentar am Abend.

Ein paar Tage später… Samstag: Städtische Vertreter eröffnen die 50. Automobilausstellung auf dem Marktplatz. M. Wege, Vertreter der Stadtverordnetenversammlung, begrüßt die Gäste herzlich. Nach einem „Selfie“ mit der Kirschenkönigin und ihrem Prinzen schlendern Philip, Glory und Nicholas zwischen Landcruisern, Sportwagen und neuesten Wohnmobilen umher, bleiben dann lange bei den Kettensägen stehen, befragen die Aussteller wissbegierig  zu Technik und Funktion, wobei diese eiligst in ihren Handys die Übersetzungshilfe bemühen und Broschüren zusammensuchen.

Nachmittags ein kleiner Pflanzmarkt in Cappel. Lehrerin Glory wundert sich über die genauen Beschriftungen an Tomaten-, Zucchini- und Zimmerpflanzen, zudem über die vielen „very old people“, die bei Kaffee und Kuchen intensiv in Pflanzengespräche vertieft sind.

Glück, Taktik, auf jeden Fall Spaß für alle, bringt das Boule-Spiel auf leicht ausgetretenem Boden eines alten Sportplatzes, bevor der Samstag in der Lutherischen Pfarrkirche mit Orgelmusik von Bach und Mendelssohn ausklingt.

Mathe zum Anfassen erleben wir gemeinsam mit den tansanischen SchülerInnen und KollegInnen im Mathematikum Gießen. Highlight die Sonderausstellung „Echt jetzt?“, ein buntes Spiel mit optischen Illusionen. Das eigene Tun vermittelt Spaß. Alle entdecken die Lust am Knobeln, an Zerrspiegeln und Phänomenen aus Zahlen, Kugeln, Formen.  Zum  besonderen Erlebnis wird die Riesenseifenhaut, in die man sich vorsichtig einhüllen kann.

Regen, Mai-Kühle, Magenknurren und eine überfüllte Regionalbahn führen uns am Nachmittag in die Fastfood-Kultur Marburgs, zu einer der 9 Döner-Kebab - Imbissstuben am Rudolfsplatz. „Döner mit allem“ und bitte „inside“ sitzen! Nach Selfies vom Schmaus „von Ohr zu Ohr“ werden die Handys verstaut.

„Abheben“ in den Karussells beim Marburger Hafenfest. Die Jugend, d.s. Edna, Halfani, Francis, Glory und Careen, genießt in der uns allen aus Kindertagen bekannten Mischung aus Übermut und Bangen das Fliegen, Drehen und Sich- Festhalten. Wieder ein „great day“.

Festhalten möchte man auch die zahlreichen persönlichen Gespräche mit unseren langjährigen FreundInnen auf der Wanderung in Caldern, in Cafés, auf dem Sportplatz, an der Bushaltestelle,am Europatag vorm Marburger Rathaus, im Spiegelslustturm etc., nicht zuletzt in den Gastfamilien.

Welche Erfahrungen aus unserem Alltag nehmen unsere Partner, vor allem Edna und Halfani, Careen und Francis, mit nach Hause? Wir bleiben in Verbindung.

Größere Events und Ausflüge, also weitere „ great days“ mit unseren BesucherInnen aus Kisomachi, wie u.a. der Sponsorenlauf, die Höhlentour oder die Jubiläumsfeier mit Musik, mit kurzen Festreden beider Schulleiter, zudem mit leckersten Speisen des Jahrgangs 12/ 13, mit zahlreichen FreundInnen  der 33jährigen Kisomachi-Schulpartnerschaft und Ehemaligen können an dieser Stelle nur kurz erwähnt werden.