Vom 22. bis 28. Februar 2026 fand an der Europaschule Gladenbach erneut ein internationaler Erasmus-Austausch statt. Zu Gast waren diesmal sechs Schülerinnen und Schüler sowie Lehrkräfte aus Polen und sechs Schülerinnen und Schüler mit Lehrkräften aus Spanien. Gemeinsam mit 13 deutschen Schülerinnen und Schülern aus den Jahrgängen 9 und 10 (G- und R-Zweig) arbeiteten sie eine Woche lang an der Frage, wie inklusiv unsere Dörfer, Städte und auch unsere Schule sind – und wie sie noch inklusiver werden können. Geplant und geleitet wurde die Woche von dem erfahrenen und bestens eingespielten Erasmus-Team: Isabell Youngkin und Wolfgang Borschel.
Lenny und Michel aus der 9G3 berichteten von ihrer erlebnisreichen Woche:
Am Sonntag reisten die Gäste an und wurden von ihren deutschen Gastgeberfamilien aufgenommen. Der Montag begann mit einer Schulrallye. In Gruppen untersuchten die Schülerinnen und Schüler acht verschiedene Orte in der Schule, darunter auch die Mensa. Dabei überprüften sie zum Beispiel, wie gut diese Orte für Menschen mit Einschränkungen geeignet sind und ob sie beispielsweise für Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer gut zugänglich sind. Anschließend stellten die deutschen Schülerinnen und Schüler ihre Schule sowie die umliegenden Dörfer und Städte vor. Auch die Gäste aus Polen und Spanien präsentierten Analysen ihrer eigenen Schulen, die sie bereits im Vorfeld durchgeführt hatten. Nach dem gemeinsamen Mittagessen in der Mensa blieb Zeit für Brettspiele und Gespräche. Am Abend gingen die polnischen Gäste gemeinsam mit ihren Gastgebern in Linden bowlen.
Am Dienstag fuhr die Gruppe nach Frankfurt am Main und besuchte die Ausstellung „Hallo Freiheit – gemeinsam über Barrieren“ zum Thema Leben mit Beeinträchtigungen. Dort konnten die Schülerinnen und Schüler selbst ausprobieren, wie sich verschiedene Einschränkungen anfühlen können, etwa verzerrtes oder gedämpftes Hören, eingeschränktes Sehen oder das Hören mit einem Implantat. Besonders eindrucksvoll war das Gespräch mit betroffenen Personen, die von ihren eigenen Erfahrungen berichteten und Fragen der Gruppe beantworteten. Am Abend trafen sich viele Teilnehmende im Jugendhaus in Gladenbach.
Am Mittwoch ging es gemeinsam nach Marburg. Die deutschen Gastgeber hatten kleine Stadtführungen vorbereitet und zeigten ihren Gästen verschiedene Orte der Stadt. Danach besuchte die Gruppe das Chemikum, wo sie Experimente durchführen konnten. In Zusammenarbeit mit der blista probierten die Schülerinnen und Schüler außerdem verschiedene Brillen aus, die unterschiedliche Sehbeeinträchtigungen simulieren. Anschließend aßen alle gemeinsam Mittagessen in der Oberstadt. Danach hatten die Schülerinnen und Schüler Freizeit. Einige nutzten die Gelegenheit, um gemeinsam in die Kletterhalle zu gehen.
Am Donnerstag arbeiteten die internationalen Gruppen intensiv an konkreten Ideen, wie die Schule noch inklusiver gestaltet werden könnte. Sie entwickelten Verbesserungsvorschläge, bauten Modelle und erstellten Videos, um ihre Ideen zu erklären. Ein Beispiel war eine Rampe über eine Rasenfläche, die mit Hilfe einer Winde ausgefahren werden kann, damit auch Rollstuhlfahrerinnen und Rollstuhlfahrer bestimmte Bereiche leichter erreichen können. Zwischendurch wurde gemeinsam gekocht: Schnitzel mit Pommes und Salat, als Nachtisch gab es Mascarpone mit Keksen und Trauben.
Am Freitag nahmen die Gäste zunächst am Unterricht teil. Anschließend stellten die Gruppen ihre Projekte vor und präsentierten ihre Modelle und Videos mit den entwickelten Ideen für mehr Barrierefreiheit und Inklusion an der Schule. Zum Abschluss der Projektwoche erhielten alle Teilnehmenden Zertifikate.
Die Woche war für alle Beteiligten eine sehr bereichernde Erfahrung. Neben neuen internationalen Kontakten und Freundschaften wurde deutlich, wie wichtig Inklusion im Alltag ist und wie viele Möglichkeiten es gibt, unsere Umgebung so zu gestalten, dass alle Menschen daran teilhaben können.




