Der Tag der Anreise, der 3. Mai, war von ganz viel Vorfreude geprägt. Am späten Vormittag traf sich die ganze Austauschgruppe am Frankfurter Flughafen, genauer gesagt in Terminal 2, Halle B unter der großen Anzeigetafel. Wir durften uns aussuchen, ob wir von unseren Eltern zum Flughafen gebracht werden oder mit Frau Youngkin von Niederweimar aus mit dem Zug fahren wollten. Nachdem sich alle herzlich von ihren Eltern verabschiedet hatten, machten wir uns auf den Weg, um unser Aufgabegepäck loszuwerden. Danach ging es durch die Sicherheitskontrolle. Vor dem Boarding hatten wir dann noch etwas Zeit, um in Kleingruppen bummeln zu gehen oder uns etwas zu essen zu kaufen. Schließlich trafen wir uns dann alle wieder, um uns für das unmittelbar bevorstehende Boarding bereit zu machen. Dann war es endlich soweit: Wir gingen an Bord des Flugzeugs nach Malaga. Der etwa dreistündige Flug verlief am Anfang ziemlich ruhig, aber gegen Ende gab es einige Turbulenzen mit Achterbahn-Feeling. Währenddessen hatte man aber eine spektakuläre Sicht auf die Wolken. Nachdem wir gelandet waren und unser Aufgabegepäck wieder bei uns hatten, ging die Reise mit einem Shuttle-Bus weiter. Der freundliche Busfahrer erlaubte uns, dass wir während der Fahrt laut Musik hören durften, wodurch die Busfahrt kurzerhand in eine Party verwandelt wurde. Die Stimmung wurde immer euphorischer. Schließlich war der Moment gekommen: Der Bus hielt vor der Schule in Cancelada, wo schon die Spanier mit ihren Familien warteten. Alle freuten sich riesig über das Wiedersehen.
Am Montag, den 04.05.26, war unser erster voller Tag von dem Erasmusprojekt, deswegen begann die Schule erst um 8:45 Uhr. In der Schule gingen wir in die Cafeteria, um zusammen zu frühstücken. Es gab Baguette-Sandwiches mit verschiedenen Belegen, wie zum Beispiel Hähnchen, Schinken und Käse. Dazu gab es noch Saft oder Wasser. Nachdem wir zusammen gegessen hatten, spielten wir noch kurz spanische Brettspiele, bevor wir in verschiedene Klassen gingen, um unsere Präsentationen über unsere Schule und ihre Umgebung zu halten. Dies taten wir in drei verschiedenen Klassen und wurden danach durch die Schule geführt. Es war interessant zu sehen, wie unterschiedlich unsere Schulen sind. Nachmittags gingen wir noch mit den Spaniern an den Strand.
Der zweite Tag startete um 9:15 Uhr an der Schule. Wir trafen uns und fuhren pünktlich mit dem Bus etwa 20 Minuten nach Benahavís. Dort angekommen, besuchten wir eine Berufsschule für Küche und Gastronomie und schauten zu, wie eine Gruppe von Köchen typisch spanische Gerichte zubereitete. Ein paar von uns durften nach vorne gehen und selbst etwas helfen. Die auszubildenden Köche zeigten uns, wie man Paella, Tortilla de Patatas und Salmorejo zubereitet. Als sie fertig waren, durften wir alles probieren und uns unterhalten. Nachdem wir noch ein Gruppenbild mit dem Kochteam gemacht hatten, liefen wir zum Rathaus und wurden dort herzlich begrüßt. Danach fanden wir uns in unseren Projektgruppen von jeweils sechs Personen (3 Spanier, 3 Deutsche) zusammen und absolvierten eine Foto-Challenge in Benahavís. Am frühen Nachmittag fuhren wir mit dem Bus zurück, sodass wir um 15 Uhr wieder an der Schule waren.
Am Mittwoch unternahmen wir gemeinsam mit unserer Partnerschule einen Ausflug zum Caminito del Rey. Zuerst ein paar Infos über Caminito del Rey:
Der Caminito del Rey ist ein berühmter und sehr spektakulärer Wanderweg in Andalusien in Südspanien. Der Name bedeutet „Königspfad“. Der etwa 8 Kilometer lange Weg führt durch die Schlucht Desfiladero de los Gaitanes und verläuft teilweise bis zu 100 Meter hoch entlang steiler Felswände.
Er wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Arbeitern genutzt, um ein Wasserkraftwerk und Staudämme zu erreichen. Später bekam der Weg nach König Alfons XIII. seinen Namen. Früher galt der Caminito del Rey als sehr gefährlich, wurde aber 2015 renoviert und sicher gemacht.
Besonders bekannt sind die schmalen Holzstege und die Hängebrücke am Ende der Route. Heute ist der Wanderweg eine beliebte Sehenswürdigkeit für Natur- und Wanderfreunde.
Nach einer etwa ein- bis zweistündigen Busfahrt erreichten wir unser Ziel und begannen gegen 10 Uhr die Wanderung zum Kontrollpunkt des berühmten Wanderwegs. Dort wurde unserer Gruppe ein Tourguide zugeteilt, der uns während der gesamten Tour viele interessante Informationen zur Geschichte des Caminito del Rey vermittelte. Mithilfe von Kopfhörern und kleinen Audiogeräten konnten wir den Erklärungen auch unterwegs gut folgen.
Anschließend wanderten wir etwa drei Stunden durch die beeindruckende Natur der Schlucht. Zwischendurch legten wir kleine Frühstücks- und Picknickpausen ein. Besonders beeindruckend waren die atemberaubenden Ausblicke sowie die spannende Geschichte des Weges. Während der Wanderung konnten wir außerdem eine alte Brücke besichtigen und eine hohe Hängebrücke überqueren, was von allen Teilnehmenden mutig gemeistert wurde.
Nach dem Ende der Tour liefen wir gemeinsam hinunter zum See, wo sich verschiedene Stände und kleine Shops befanden. Dort hatten wir Zeit für eine Pause, einige Schülerinnen und Schüler stärkten sich beispielsweise mit einem Eis.
Am Nachmittag wurden wir schließlich wieder vom Bus abgeholt und fuhren gemeinsam zurück zur Schule. Insgesamt war es ein abwechslungsreicher und gelungener Ausflug mit vielen schönen Eindrücken.
Als Allererstes sind wir am Donnerstag alle am Morgen zur Schule gefahren, um mit dem Bus nach Estepona zu fahren. Dort haben wir zusammen Churros mit Schokosoße gefrühstückt, was ziemlich köstlich war. Nach dem Frühstück gingen wir in den Botanischen Park-Orchidarium. Uns wurde zuerst vorgestellt, um was es im Orchidarium ging und was uns erwartet. Wir durften uns im Haus frei bewegen und viele Bilder machen. Wir wurden außerdem von den Schüler*innen der Tourismusschule und ihren Lehrkräften durch Estepona geführt, haben viele lustige Spiele gespielt und viele schöne Orte kennengelernt. Danach waren wir im Plenarsaal vom Bürgermeister Esteponas, uns wurden viele Fragen beantwortet und vieles erzählt. Zum Schluss gingen wir zur Bibliothek, die 13 Etagen hat. Wir sind alle bis nach ganz oben gegangen, um die wunderschöne Aussicht zu genießen.
Am Freitag waren die Gruppenarbeiten zu unseren Tourist Guides dran. Für die Tourist Guides hatten wir die ganze Woche Informationen und Bilder über unsere Ausflüge gesammelt. Anschließend haben wir uns in die Gruppen mit unseren Austauschpartnern zusammengesetzt. Die Kommunikation war gut, jeder hatte verschiedene Stärken. Schließlich präsentierten wir die Tourist Guides. Alle Tourist Guides waren spannend und lehrreich. Zum Schluss gab es die Zeremonie mit Urkundenvergabe. Jeder Deutsche und sein Austauschpartner haben ein Zertifikat von Erasmus bekommen und anschließend wurde noch ein Gruppenfoto mit den Zertifikaten gemacht.
Am Morgen des 9. Mai wurde sehr viel geweint. Eine aufregende, tolle Woche in Spanien lag hinter uns, und der Abschied von unseren Austauschpartnern war extrem emotional. Schließlich saßen alle wieder im Shuttle-Bus, der uns zum Flughafen brachte. Während der Fahrt wischten manche noch ihre letzten Tränen weg. Am Flughafen in Malaga folgte dann das Übliche: Gepäck aufgeben (es mussten auch noch manche einchecken), Sicherheitskontrolle und noch kurz Zeit, um uns etwas Proviant zu kaufen. Schließlich bestiegen wir das Flugzeug nach Frankfurt, und dann war der Moment gekommen: Das Flugzeug hob ab und wir verließen Spanien. Der wieder etwas turbulente Flug dauerte ca. drei Stunden. Zurück in Deutschland wurden die meisten von uns von ihren Eltern am Flughafen erwartet, und es gab ein glückliches Wiedersehen. Für ein paar wenige ging es noch mit dem Zug weiter. Es war der Abschluss eines unvergesslichen Erasmus-Austausches, von dem wir sehr viel zu erzählen hatten.




