Seit 1948 gibt es die Universal Declaration of Human Rights, der Beginn der weltweit geltenden Konzeption der Menschenrechte. Aber auch wenn die Universal Declaration of Human Rights fuer alle Laender gelten sollte, gibt es doch noch grosse Unterschiede in der Umsetzung der Menschenrechte, vor allem auch im Hinblick auf die Rechte der Frau in verschiedenen Laendern.

In Moshi hatten wir die Moeglichkeit die Frauenrechtlerin Elizabeth Minde kennenzulernen, die einen kleinen Vortrag zum Thema Menschen- und speziell Frauenrechte vorbereitet hatte und uns anschliessend die Moeglichkeit gab, Fragen zu stellen. Mrs. Minde erklaerte, dass sich die Menschenrechte ueber die Jahre entwickelt haben und in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit bekaemen. Sie betonte, dass es in in Tansania kaum Geschlechtergerechtigkeit gaebe, weil die Umsetzung der Menschenrechte stark von den patriarchalen Strukturen der Gesellschaft beeinflusst seien.

Ein zentraler Punkt der Menschenrechte ist Artikel 1, der besagt, dass alle Menschen gleich sind. Nichtsdestotrotz werden die Rechte von Frauen und Kindern in Tansania nicht immer geachtet und sie wuerden z.T. als Menschen zweiter Klasse gesehen werden. Wenn sich zum Beispiel eine Frau von ihrem Mann scheiden lassen moechte, dann ist das nach dem Gesetz zwar moeglich, ist aber realistisch betrachtet keine Option fuer die Frau, da die Frau dann weder Geld noch Obdach und Sicherheit haette.

Auch das Recht auf Bildung wird in Tansania nicht konsequent eingehalten. Es gibt viele Kinder in Tansania, die nicht zur Schule gehen, obwohl die Secondary Schools unter der neuen Regierung frei zu besuchen sind. Ausserdem gibt es das Gesetz, dass Maedchen, wenn sie schwanger sind, nicht mehr zur Schule gehen duerfen. Dieses Gesetz ist nach Mindes Meinung nicht sinnvoll, weil Bildung zentral ist, um das Abrutschen in die Armut zu verhindern. In Tansania ist es ein Tabu-Thema ueber Sex zu sprechen, weshalb Kinder meist nicht genug Wissen ueber dieses Thema haben, da weder in Schulen noch im Elternhaus darueber gesprochen wird.

Darueber hinaus ist haeusliche Gewalt keine Seltenheit. Da dies oft vor den Augen der Kinder geschieht, bekommen die Kinder das Gefuehl, dass Gewalt gegen Frauen normal sei. So wird dieses Denken ueber Generationen hinweg weitergegeben. Elisabeth Minde will das aendern. Als Rechtanwaeltin in der Organisation KWIECO geht Elisabeth Minde in Schulen, um die Ideen der Menschenrechte und die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu verbreiten sowie den jungen Kindern beizubringen, dass sie Rechte haben und sie dazu ermutigen, fuer ihre Rechte einzutreten. Die Situation in Tansania hat sich aber auch schon verbessert. Zum Beispiel sind heute mehr Maedchen in Schulen – dank Menschen wie Elisabeth Minde, die seit Jahren dafuer kaempfen.

Trotzdem ist es in Teilen noch schwer, die Menschenrechte mit der tansanischen Kultur zu vereinen. Wenn zum Beispiel ein Maedchen sagt, es moechte zur Schule gehen, muss sie sich haeufig dafuer rechtfertigen, da vor allem in den laendlichen Gegenden, sie auf die Arbeit als Hausfrau vorbereitet werden sollen und dabei ist die Schule keine grosse Hilfe.

Die jetzige Regierung tut sich teilweise schwer, die Menschenrecht im Land konsequent durchzusetzen und sieht die Protestdemonstrationen fuer die Menschenrechte als einen Kampf gegen die Regierung an. Zum Beispiel spricht sich die Regierung auch offen gegen Homosexualitaet aus. Darueber hinaus gibt es in Tansania einige Ethnien, wie zum Beispiel die Massai, bei denen es schwerer ist, die Ideen der Menschenrechte zu verbreiten, weil sie ihre eigenen Regeln und ihre eigene Kultur haben, die sich nicht einfach mit den Ideen der Menschenrechte vereinbaren lassen. Dies spiegelt sich auch in ihrer Sprache wieder: in manchen indigenen Sprachen gibt es beispielsweisse gar kein Wort fuer Scheidung, da dieses Konzept in ihren Staemmen nicht bekannt ist.

 

Since 1948 the Universal Declaration of Human Rights is supposed to be manifested in every country around the world. However, there are severe differences between different countries, especially when it comes to women’s rights.
Here in Moshi, we had the possibility to meet Elibaeth Minde, a women’s rights activist, who had prepared a short talk on human and women’s rights in Tanzania. After her presentation we had the possibility to ask her some questions about Tanzania and human rights in general. Mrs. Minde explained that the human rights have developed and become more important over the years. She stressed that gender equality is still a problem in Tanzania as the realization of human rights is influenced by the patriarchic structure of the society.

One central aspect of the human rights is Article One saying that everyone is created equal. However, the rights of women and children are not always granted in Tanzania and they are sometimes perceived as second class citizens. For instance the law allows women to get a divorce from her husband, but realistically she’d lose all her money, her home and her security which is why a divorce is no real option for women in Tanzania.

The right to education is also not always given in Tanzania. Many children don’t go to school even though the government has just passed a law which grants free education in Secondary Schools. In contrast, there is also a law which prevents girls from going to school if they’ve become pregnant. Elizabeth Minde strongly emphasized how problematic this law is since without education the girls are more likely to live in poverty. Overall, it is a taboo in Tanzania to talk freely about sex which is why a lot of children and teenagers don’t have enough knowledge to protect themselves from unwanted pregnancies or diseases. Neither the schools nor the parents consequently educate the children on this topic.

Moreover, domestic violence is common as well. As children are often confronted with domestic violence, they are given the impression that violence especially against women is normal. Elisabeth Minde wants to change this. As a lawyer for KWIECO she goes into schools to teach and inform children about human rights and gender equality. Thereby, she wants to show children that they have certain rights and should fight for them.
Still, the situation in Tanzania has also improved in some parts. For example nowadays significantly more girls go to school than a few years ago – also because of women like Elisabeth Minde is fighting for their rights.

Nevertheless, it is still difficult to embed human rights in Tanzanian culture. For example girls often have to justify when they want to attend school as school won’t teach them any skills necessary for a housewife. That’s just one example, how the current government is having troubles implementing human rights in the country. Another example is the government’s open fight against homosexuality.

In addition, there are some ethnics in Tanzania that live in rural areas where it is especially difficult to spread the idea of human rights as they have their own rules and cultures. This can also be seen in their use of language: in some indigenous languages there is no word for divorce because this concept is not known to their society.

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