Am Freitag, den 20.09. sind wir nachmittags, nachdem wir morgens im Cancer Care Centre waren, mit Mrs. Riziki, einer Lehrerin unserer Partnerschule, auf den Second Hand Market gegangen, der direkt in Soweto, dem Stadtteil von Moshi, in dem wir momentan leben, liegt. Hauptsächlich wurden dort aussortierte Schuhe und Kleidung aus Europa verkauft, aber auch Kleidung aus China aus erster Hand,  Essen und Elektronik konnten wir finden.

On Friday, September 20th, Mrs. Riziki, one of the teachers of our partnerschool, took us to the Second Hand Market here in Soweto, the district of Moshi we are currently staying at. At the market they mostly sell sorted out shoes and clothes from Europa, but also first hand clothes from China as well as some food and electronics.


Der Markt bestand aus verschiedenen Holzverschlägen mit Wellblechdächern. Befestigte Wege oder Beschriftungen zur Orientierung gab es nicht, genausowenig wie einen Mittelpunkt, da die Stände sehr verschachtelt und nah beeinander standen. Insgesamt war alles sehr eng, es herrschte aber trotzdem eine gewisse Ordnung durch die Aneinanderreihung der Stände.

The market consists of many wooden sheds with corrugated iron roofs. There are no paved ways or signs to help you to find your way around. There is also no real centre there just seems to be one booth next to the other. Overall, everything is really narrow and crowded, but due to the linear outline of the booths there seems to be at least some kind of order.


Der Markt wird vor allem von Tansanern besuche, die die alte Kleidung aus Europa bei den Händlern kaufen. Diese Kleidung entstammt zumeist unseren Altkleidersammlungen und wird dann in Entwicklungsländern, wie auch Tansania, von Grosshändlern, die die europäische Kleidung günstig aufkaufen, verkauft. Dies ist jedoch vor allem für die lokalen Händler und Schneider von grossem Nachteil, da diese nicht diesselben niedrigen Preise bieten können und dadurch ihre Kunden verlieren.

The market is mostly visited by Tanzanians who buy the old clothes from Europe from the traders working there. Most of the clothes are taken from our clothing drives and are then sold in developing countries such as Tanzania by wholesalers, that cheaply buy the European clothes. However, this system creates severe problems for the local traders and tailors as they cannot compete with the cheap prices and therefore loose many of their customers.

 

In der Zeitschrift „Der Stern“ haben wir einen interessanten Bericht entdeckt, der das Leben eines Togoers namens Amah Ayivi beschreibt, der versucht, diesem Konzept entgegenzuwirken.
Ayivi kauft auf Second Hand Märkten in Lomé, in Togo, Bestände auf und verschifft diese nach Paris, um sie dort in seinem Showroom der neu geöffneten Pop-up-Boutique wieder nach Europa zu verkaufen. Ayivi hat mittlerweile mehrere Scouts angestellt, die auf Second Hand Märkten nach ausgewählten Artikeln, z.B. im Vintage-Stil, für wenig Geld suchen. Nach dem Kauf werden sie vor Ort aufgearbeitet, gewaschen und Löcher sowie fehlende Taschen werden repariert, wodurch die lokalen Schneider unterstützt werden.

We recently found an interesting article in the magazine „Der Stern“  which describes the life of Amah Ayivi, who tries to solve this issue in his own way. Ayvivi was born in Togo and nowadays lives in Europe. Yet, he buys clothes on second hand markets in Lomé, Togo, and brings them back to Paris, where he sales the clothes in the showroom of his newly-opened Pop-up-Boutique. Today, Ayivi even employs own scouts in Togo who visit the second hand markets looking for assorted but still cheap clothes, e.g. in vintage style.  Before the clothes are brought back to Europe, they are cleaned and refurbished  in Togo. Since it is done in Togo itself the local tailors are supported by the project as they get fairly paid for their work.


Dass die Artikel eigentlich für Bedürftige gedacht sind, interessiert die Kunden häufig wenig und somit wird der Hype um die upgecyclte Kleidung in die Höhe getrieben. Ayivi hat durch sein Geschäftsmodell eine Marktlücke entdeckt, womit er gleichzeitig den Markt entlastet und Kleidung aufwertet, sodass im Sinne der Nachhaltigkeit aus alt neu gemacht wird, ohne dass es einer neuen Produktion bedarf. Jedoch hat das Modell auch seine Tücken, wie man beispielsweise daran sieht, dass die Produkte die gespendet wurden über viele Umwege wieder an die gleichen Menschen geraten, die sie einst aussortierten. Damit ist eine hohe Umweltbelastung aufgrund der Transportwege verbunden.

Many of Ayvivi's European customers don't really care about the fact that the clothes were originally meant for less fortunate people, which is why the hype for upcycled clothes is trending. Ayvivi has found a market niche with his business idea which takes pressure off the market and which upgrades old clothes making it a sustainable concept. Yet, his business model also has flaws: the clothes thrown away in Europe take many detours before being used by European Customers again which leads to economic pollution due to the long transportation.