Am Mittwoch, den 04.02.2026, besuchte der Jahrgang Q2 den Hessischen Landtag in Wiesbaden.
Nach der Ankunft hatten alle Schülerinnen und Schüler zunächst bis 14:15 Uhr Freizeit, die individuell genutzt werden konnte, etwa zum Essen, Einkaufen oder Erkunden der Innenstadt. Anschließend traf sich der gesamte Jahrgang vor dem Hessischen Landtag zu einem gemeinsamen Gruppenfoto.
Nach dem Durchlaufen der Sicherheitskontrollen begann das offizielle Programm. Zunächst erhielten wir eine Einführung in die Arbeit des Hessischen Landtags. Dabei wurden unter anderem der moderne Plenarsaal, der seit 2008 genutzt wird, sowie die Aufgaben des Parlaments erläutert.
Besonders hervorgehoben wurde die halbkreisförmige Sitzordnung, die als Symbol der Demokratie gilt, da alle Abgeordneten einander ansehen können und jede Stimme sichtbar ist. Außerdem wurden die Fraktionen, ihre Aufgaben und die aktuelle Sitzverteilung im Landtag erklärt.
Im Anschluss verfolgte der Jahrgang eine Plenarsitzung zum Thema Landeshaushalt. Dabei ging es um die Frage, wie die rund 49,9 Milliarden Euro, die dem Land Hessen jährlich zur Verfügung stehen, auf verschiedene Bereiche wie Bildung, Sicherheit oder Infrastruktur verteilt werden sollen. Während der Debatte wurde auch deutlich, dass politische Diskussionen im Landtag durchaus lebendig und emotional geführt werden können.
Den Abschluss bildete ein Abgeordnetengespräch mit Vertreterinnen und Vertretern verschiedener Parteien. Anwesend waren Marie-Sophie Künkel (CDU), Tobias Kress (FDP), Julia Herz (Bündnis 90/Die Grünen), Sebastian Sack (SPD) sowie Christian Rode (AfD), die einen politischen Bezug zu unserem Wahlkreis Marburg-Biedenkopf haben.
In einer offenen Fragerunde gaben die Abgeordneten Einblicke in ihren politischen Alltag. Sie berichteten von langen Arbeitstagen, Plenarsitzungen bis spät in die Nacht und Arbeitswochen von etwa 60 bis 70 Stunden. Außerdem wurde das Thema Bezahlung der Abgeordneten angesprochen, was insbesondere bei den Schülerinnen und Schülern auf großes Interesse stieß.
Neben Fragen zum Arbeitsalltag wurden auch politische und gesellschaftliche Themen angesprochen. So wurde unter anderem gefragt, warum viele junge Menschen das Gefühl hätten, in der Politik nicht ausreichend wahrgenommen zu werden, ob eine Absenkung des Wahlalters auf 16 Jahre sinnvoll sei und wie Abgeordnete mit Kritik, öffentlichem Druck und persönlichen Anfeindungen umgehen.
Auch die Frage, ob Politikerinnen und Politiker ihre Entscheidung für die Politik als Beruf bereuen, wurde offen diskutiert. Auf die Frage, wie Deutschland in zehn Jahren aussehen solle, nannten die Abgeordneten unterschiedliche Zukunftsvorstellungen. Genannt wurden unter anderem sozialer Zusammenhalt sowie ein offenes und demokratisches Deutschland.
Gegen 18:40 Uhr trat der Jahrgang schließlich die Rückfahrt nach Gladenbach an und erreichte die Schule gegen 20:15 Uhr.
Der Besuch bot einen anschaulichen Einblick in die Arbeit des Hessischen Landtags und machte deutlich, wie vielfältig und spannend politische Entscheidungsprozesse auf Landesebene sind. Ich fand es besonders interessant zu sehen, wie Gesetzgebung, Debatten und Abgeordnetengespräche zusammenhängen, und habe dadurch einen guten Eindruck davon bekommen, wie Politik im Landtag praktisch funktioniert.





