Intensiv vorbereitet hat sich die Gladenbacher Europaschule laut ihres Leiters Holger Schmenk auf den Distanzunterricht. Er reagiert damit auf Kritik von Eltern an einigen Lehrern.

Den ganzen Artikel vom Hinterländer Anzeiger können sie unter folgender Adresse lesen: Artikel

Da der Artikel jedoch ein wenig gekürzt war, können Sie hier die vollständige Stellungsnahme nachlesen:

Sehr geehrte Redaktion,

zu Ihrer Berichterstattung vom 15. Januar 2021 unter der Überschrift „Es muss viel mehr geschehen“ äußere ich mich als neuer Schulleiter der Europaschule Gladenbach.

Die Erwartungshaltung der Mutter ist im Grundsatz nachvollziehbar, verkennt aber, dass wir uns als Europaschule an ganz vielen Stellen intensiv vorbereitet haben, um unsere Schülerinnen und Schüler in dieser außergewöhnlichen Zeit adäquat beschulen zu können. Sei es durch die äußerst zeitaufwändige Einrichtung der Plattform „Moodle“ oder einem Fortbildungstag zur so genannten Digitalisierung im Frühjahr. Das implementierte Konferenztool „BigBlueButton“ über das der Unterricht mit den Lerngruppen erfolgt oder die Anmietung von zusätzlichen Servern sind weitere Beispiele. Dies ist nur dem Engagement einzelner IT-affiner Kollegen zu verdanken, die die Vorbereitungen teils in ihrer Freizeit übernommen haben. Immer im Sinne der Schülerinnen und Schüler! Inzwischen verfügen wir aufgrund der vorbildlichen Unterstützung des Schulträgers über einen Breitbandanschluss, zahlreiche iPads, die wir an die Kinder und Jugendlichen ausleihen, und vieles mehr.

Ich als Schulleiter bin sehr froh darüber, dass das Kollegium der Europaschule Gladenbach sich den enormen Herausforderungen mit großem Engagement stellt – zusätzlich zu den vielseitigen Aufgaben des ohnehin hoch belasteten Lehrerjobs. Nachweisbar nutzten ca. 98% unserer Kolleginnen und Kollegen Moodle ab Jgst. 5 für den Distanzunterricht mit den Schülerinnen und Schülern. Im Übrigen mit Hilfe von Endgeräten, die die Lehrkräfte privat kaufen mussten. Perfekt ist unser Distanzunterricht sicherlich nicht in allen Punkten, aber im Rahmen der Möglichkeiten ein großer Schritt. Denn insgesamt erleben wir Zufriedenheit und Verständnis in der Elternschaft. Wenn denn nun einzelne Lehrkräfte WhatsApp als Kommunikationsplattform für die Übermittlung von Aufgaben nutzten sollten, ist das nicht hinnehmbar. Dann sollte die Kritik aber bitte nicht in der Anonymität der Medien transportiert werden. Hier hätten wir als Schule ein persönliches Kritikgespräch erwartet, um konstruktiv daran arbeiten zu können. Unsere Türen stehen nach wie vor für ein Gespräch offen.

 

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Holger Schmenk
(Schulleiter der Europaschule Gladenbach)

 

PS: Anbei übersende ich Ihnen ein Statement des Schülersprechers Pierre Schell zum Distanzlernen: Die Lehrkräfte, sowie die Schülerinnen und Schüler geben sich wirklich Mühe, mit dieser schwierigen und komplizierten Lage gemeinsam zurecht zu kommen. Natürlich kann es sein, dass Fragen nicht immer sofort beantwortet werden können, dennoch ist es bemerkbar, dass die Lehrkräfte sich anstrengen, diese pädagogisch unvorteilhafte Situation zu meistern und uns ein hohes Lernniveau anzubieten. Speziell der Umgang mit den Lernplattformen hat sich zum Besseren geändert, da nun auf eine einheitliche Verwendung von Moodle, sowie BigBlueButton gesetzt wird. Trotzdem ist Distanzunterricht nicht zu vergleichen mit dem Präsenzunterricht und perspektivisch, sowie lerntechnisch ein Nachteil. In Anbetracht der aktuellen Krise, sollten wir jedoch alle Kompromisse schließen, denn um gut durch diese Pandemie hindurchzukommen und bedarf es eben auch an Kompromissen, welche den Schulunterricht betreffen. Meine Erfahrung der letzten Wochen, sowie meine persönliche Einschätzung tendieren dazu, dass der größte Lerneffekt durch Videokonferenzen erzielt wird, denn der Unterricht in Echtzeit fördert die Lernerfolge durch aktive Kommunikation und ist dabei zudem zielorientierter als das schiere Lösen von Aufgaben. Nur durch die Zusammenarbeit zwischen Schülerinnen und Schülern mit ihren Lehrkräften werden wir es gemeinsam schaffen, Konflikte zu vermeiden. Natürlich gibt es Probleme und auch Lehrkräfte machen Fehler, diese sollte man aber gemeinsam mit der Schulleitung kommunikativ anstatt offensiv lösen. Denn eines wollen wir am Ende des Tages alle: Wir wollen in Ruhe und Frieden, konzentriert und fokussiert lernen, um unsere Ziele zu erreichen und diese Pandemie gemeinsam und umsichtig zu meistern.“

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