Kommt in der aktuell politisch wie wirtschaftlich unruhigen Zeit ein Bundestagsabgeordneter zu Besuch, um sich den Fragen des Publikums zu stellen, vergeht die Zeit wie im Flug. So auch am Montag, dem 23.05., in der Kultur- und Sporthalle der Europaschule Gladenbach. Der gesamte Jahrgang der Jahrgangsstufe Q2 - 82 Schülerinnen und Schüler - hatte sich versammelt, um Sören Bartol, den Bundestagsabgeordneten für den Landkreis Marburg-Biedenkopf und Parlamentarischen Staatssekretär bei der Bundesministerin für Wohnen, Stadtwesen und Bauen, Klara Geywitz, im Rahmen einer Fragerunde zu empfangen.

Bartol

Angesetzt waren 60 Minuten, am Ende wurden es - bei diversen weiteren vorhandenen Wortmeldungen - 75. Zahlreiche Fragen der Schülerinnen und Schüler prasselten dabei auf den bei der letzten Bundestagswahl im Jahr 2021 erneut per Direktmandat in den Bundestag eingezogenen Abgeordneten ein.

Im Fokus des Interesses standen bei den Schülerinnen und Schülern einerseits vielzählige Fragen zum Krieg in der Ukraine, gleichzeitig aber auch zur Energiesicherheit Deutschlands und Europas. Unternimmt Deutschland genug, um die Ukraine in der aktuellen Situation zu unterstützen? Wie bewertet Sören Bartol das Verhalten seines Parteikollegen und ehemaligen Bundeskanzlers, Gerhard Schröder? Vor welche Herausforderungen wird uns angesichts der weltpolitischen Geschehnisse die immer noch große Abhängkeit von Energieimporten aus Russland zukünftig stellen? Kann eine Lösung zur Senkung dieser Energieabhängigkeit darin bestehen, doch noch länger auf Atomkraft zu setzen?

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Zu diesen und vielen weiteren Fragen rund um besagten Themenkomplex stand Sören Bartol dem jungen Publikum Rede und Antwort. Doch auch Fragen zur Digitalisierung, zum Leben als Bundestagsabgeordneter sowie zum Abstimmungsverhalten Bartols wurden beantwortet. Moderiert wurde die Gesprächsrunde dabei von Anja Hartmann, Maja Weber, Julian Döll und David Heuser - vier Schülerinnen und Schüler des PoWi-Leistungskurses.

Bartol

Rückblickend wurde die Austauschmöglichkeit mit Herrn Bartol von den Schülerinnen und Schülern insgesamt als sehr positiv und spannend empfunden. Gerne - so einige angehende Abiturientinnen und Abiturienten - könne dieses Format im nächsten Schuljahr einmal wiederholt werden, um auch viele weitere Fragen rund um andere Themenbereiche zu verhandeln.

Vor der Podiumsdiskussion hatte sich der Bundestagsabgeordnete bereits einen ersten Eindruck der Europaschule Gladenbach bei einem kleinen Schulrundgang gemacht. Dabei wird ihm wahrscheinlich vor allem die Begegnung mit dem Chamäleon unseres Vivariums in Erinnerung bleiben.“

In diesem Sinne freuen wir uns natürlich auf weitere Begegnungen mit Herrn Bartol in den nächsten Schuljahren und bedanken uns noch einmal für den Besuch an unserer Schule.

Nach 2-jähriger Pause konnten die GrundschülerInnen der Europaschule in Gladenbach endlich wieder die Bundesjugendspiele bestreiten. Für viele Kinder waren dies die ersten Bundesjugendspiele in der Schule. Gleichzeitig waren diese Bundesjugendspiele aber auch für alle SchülerInnen und LehrerInnen neu, denn sie fanden nicht mehr in der Wettkampfkonzeption, sondern in der Wettbewerbskonzeption statt. Bei dieser Konzeption werden besonders die kindgemäßen Ansätze des Deutschen Leichtathletik-Verbandes (DLV) berücksichtigt. Auf eine zu frühe Spezialisierung und Einengung in das starre Regelwerk wird hierbei bewusst verzichtet. Ebenso spielen Maßband und Stoppuhr eine untergeordnete Rolle. Vielmehr geht es darum, aus den vier Bereichen „schnell laufen“, „weit/ hoch springen“, „weit werfen / stoßen“ und „ausdauernd laufen“ passende Übungen herauszusuchen, um die Kinder aus trainingswissenschaftlicher Sicht optimal fördern und fordern zu können.
Ebenfalls neu für alle Beteiligten in diesem Jahr war die Auswertung der erbrachten Leistungen. Nach jeder Disziplin wurde innerhalb eines Jahrgangs eine nach Mädchen und Jungen getrennte Wertung durchgeführt. Dadurch ergab sich nach dem Beenden aller vier Disziplinen eine Reihenfolge, bei der die oberen 20% der SchülerInnen eine Ehrenurkunde erhielten. Die folgenden 50% der SchülerInnen erhielten Siegerurkunden und die restlichen 30% der SchülerInnen bekam eine Teilnahmeurkunde.

An dieser Stelle: Herzlichen Glückwunsch an alle GrundschülerInnen der Europaschule, die eine Ehrenurkunde erhalten haben!

Und natürlich auch allen weiteren GrundschülerInnen ein großes Lob für ihre erbrachten Leistungen und ein DANKESCHÖN für ein tolles Sportfest!

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Ehrenurkunden

Am 02.06.2022 war es soweit: der gesamte Jahrgang der Q2 brach in aller Frühe um 07:00 Uhr morgens zu seiner zweitägigen Straßburgfahrt auf.

Nach mehreren Stunden Busfahrt, waren alle froh, die Altstadt von Straßburg bei einer digitalen Schnitzeljagd in kleinen Gruppen erkunden zu können. Die Stadtralley dauerte etwa 3 Stunden und gab den SchülerInnen ausreichend Gelegenheit einen ersten Eindruck der geschichtsträchtigen Stadt im Elsaß zu gewinnen. Beginnend an dem berühmten Ponts Couverts führte der Weg am Platziere Gutenberg, der Cathédrale Notre Dame, dem Palais Rohan, und dem Place de la Republique vorbei bis hin zum Abschluss an der St. Paul’s Kirche.

Strassbourg1Nach einer individuell gestalteten Mittagspause - häufig typisch Elsässer Flammkuchen (und manchmal auch „typisch französischen“ McDonalds“) - stand der gemeinsame Aufstieg auf den Straßburger Münster auf dem Programm. Der Aufstieg mit 330 Stufen die Wendeltreppe hinauf erforderte zwar sowohl Kondition als auch Schwindelfreiheit - aber die beeindruckende Aussicht über ganz Straßburg bis in den Schwarzwald von der 66m hohen Plattform entschädigte für alle Anstrengungen.

Nach einem gemeinsamen Abendessen im Hostel bestand dann noch einmal die Möglichkeit, die Stadt auch am Abend noch einmal zu erkunden, was viele Schüler*Innen auch gerne nutzten.

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Am nächsten Morgen folgte dann ein weiteres Highlight der Fahrt, das auch den Bezug zum Europaschulprogramm noch einmal deutlich erkennen ließ: der Besuch des Europaparlaments. Nach einer Sicherheitskontrolle wie am Flughafen, bekamen die Schüler*Innen geführt von zwei Mitarbeitern des Parlaments einen breiten Einblick in politische, aber auch architektonische Grundlagen des Europaparlamentes. Besonders Eindruck hinterlassen haben dabei sicherlich die „unvollendete“ Eingangshalle und der Parlamentssaal - der zweitgrößte Parlamentssaal der Welt. Dort gab es auf den Besucherrängen auch nochmal eine kurze Strassbourg3.jpg
Auffrischung in politischen Grundlagen des Europaparlaments. Abschließend bestand dann noch die Möglichkeit das „Parlamentarium Simone Veil“ zu besuchen - ein digitale Ausstellung, die u.a. durch einen 360-Grad-Film über die Errungenschaften und zukünftigen Herausforderungen der EU sowie Planspielen an iPads die Bedeutung des Europaparlaments allgemein aber auch z.B. den Ablauf von Gesetzgebungsverfahren vermittelt. Zudem gab es die Möglichkeit, sich über die Europaabgeordneten aller Staaten zu informieren.

Leider war zu dem Zeitpunkt, als wir in Straßburg waren, keine Sitzungswoche, sodass es keine Möglichkeit gab, sich mit einem Abgeordneten zu treffen und ein Gespräch zu führen. Trotzdem konnte der Besuch den Schüler*Innen einen ersten Zugang zu europäischer Politik eröffnen und bot den Schüler*Innen, die aufgrund von Corona in der 10. Klasse nicht nach Berlin fahren konnten, auch die Möglichkeit als Jahrgang gemeinsame Erinnerungen zu sammeln.

Das Motto "Nächster Halt: Nachhaltigkeit" bestimmte die Themen des
69. Europäischen Schülerwettbewerbs 2022 und fragte nach unserem ökologischen Fußabdruck für Europa!

Nachhaltigkeit

Die Europäische Union ist auf dem Weg in eine grünere Zukunft, Kinder und Jugendliche fordern mehr Umwelt- und Klimaschutz!
So rückte der aktuelle Wettbewerb in 13 altersspezifischen Aufgabenstellungen wichtige Fragen, die die Ökologie in Europa betreffen, in den Vordergrund:

  • Was können Kinder an ihren Schulen konkret für den Umweltschutz tun?
  • Wie kann man Landwirtschaft verändern, so dass es Menschen, Tieren und Pflanzen gleichermaßen gut geht?
  • Wie lassen sich Nahrungsmittel und andere Produkte herstellen, dass möglichst wenige Ressourcen verbraucht werden?
  • Was sollten wir in Zukunft in Europa anders machen?

Hessenweit haben über 6000 Schülerinnen und Schüler am diesjährigen Europäischen Wettbewerb teilgenommen, der der älteste Schülerwettbewerb in Deutschland ist und eine der traditionsreichsten Initiativen zur politischen Bildung in Europa darstellt.

Seit 1953 wird dieser Wettbewerb mittlerweile in über 30 Ländern durchgeführt. Er wird vom Kultusministerium gefördert, vom Europarat und dem Europäischen Parlament getragen. Schirmherr in Deutschland ist der Bundespräsident.

Unsere Schule ist eine Europaschule und nimmt in Tradition seit über 20 Jahren erfolgreich an diesem Wettbewerb teil. Schülerinnen und Schüler stehen gerne in der
besonderen Pflicht, sich mit europäischen Themen zu beschäftigen und setzen diese mit viel künstlerischer Fantasie und Engagement in Bild und Text um.

Die Schülerinnen und Schüler der Freiherr-vom-Stein-Europaschule haben auch in diesem Jahr wieder einmal gezeigt, wie sehr sie die angebotenen Themen begeistert haben, denn am 69. Europäischen Wettbewerb nahmen immerhin 9 Klassen unserer Europaschule vom 5. Schuljahr bis zur Oberstufe äußerst erfolgreich teil.
Sogar eine Gastschülerin aus Bayern machte im Rahmen unserer Schule mit!

Die anspruchsvollen Themen haben die Schülerinnen und Schüler in Einzel- und in Gruppenarbeiten mit Ideenreichtum und vielseitigen Gestaltungstechniken bewältigt. Es entstanden äußerst kreative Bilder, Collagen, Plakate und viele eigenwillige Kunstarbeiten zu nachfolgend genannten Themen:

Modul 2 (5.-7. Klasse)
Thema 2-1: „Was krabbelt und fliegt denn da?“
Gefährdete Insekten und ihre bedrohten Lebensräume:
Zeige, wie Insekten in ihrem natürlichen Lebensraum krabbeln, fliegen, fressen und warum sie so wichtig für uns sind.

Modul 3 (8.-10. Klasse)
Thema 3-1: „The Art of Nature“

Die Natur hat Künstlerinnen und Künstler immer zu ihren Werken inspiriert, ob in der Musik, der Bildenden Kunst oder der Literatur.
Gestalte dein eigenes Kunstwerk - Hand in Hand mit der Natur.

Thema 3-3:“Dinner for Future“
Wir verbrauchen gedankenlos Nahrungsmittel aus aller Welt!
Monokulturen, Abholzung, Massentierhaltung und weitere Folgen blenden wir gerne aus.
Setze dich damit auseinander, wie unsere Nahrungsmittel nachhaltiger werden können.

Modul 4 (Oberstufe)
Thema 4-2: „Mach mal minimal“

Minimalismus!!! Was brauchen wir Europäerinnen und Europäer wirklich und auf was können wir verzichten?
Setzen Sie Ihre Must-Haves gekonnt in Szene!

Tatkräftige Unterstützung erhielten die Schülerinnen und Schüler von den Kunstlehrerinnen: Frau Schneider-Mönnich, Frau Tobisch, Frau Schmidt, Frau Kersten und von Frau Endrigkeit-Ecker.
Wir freuen uns alle über die hervorragenden Leistungen unserer Schülerinnen und Schüler, die durch 2 Bundespreise, 18 Landespreise und 11 erreichte Anerkennungen dokumentiert werden.

An alle Gewinnerinnen und Gewinner richten wir herzliche Glückwünsche aus!

2 Bundespreise

Lara Marth 9R2
Ansgar Lenz 9G1

18 Landespreise      
       
Finja ZellGastschülerin Klasse 5 Yasmina Autlova  6F4
Diana Kokoulina6F4   Nikola Lefek 6F4
Madita Burk8G3  Colin Daniels 8G3
Emily Wagner8G3  Evelina Genn 9R2
Charlotte Hermreck9R2  Lara Marth 9R2
Venus Martin9R2  Simaf Othman  9R2
 Sercan Öcalan9R2   Silas Menger  9G1
Ansgar Lenz 9G1  Julian Soose 9G1
Ismail-Esad Subasi      E-Phase  Valery Wisner  E-Phase
       
11 Anerkennungen      
       
Karina Litt5F2  Antonia Hartmann 5F3
Yasmine Saadi5F3  Aaron Griesenbeck 5F3
Linus Preis5F3  Sophie Heinrich 6F2
Noah Schäfer6F4  Kimberley Temmler       9R2
Dominik Rohr9R2  Süeda Kaplan 9R2 
Rabea Freistein9G3     

 

Die schulinterne Siegerehrung findet am 20. Juni in der 5./6. Std. im AV Raum der unteren Schule statt. Ein Video über den Wettbewerb sehen Sie unter diesem Beitrag!

Die Bundespreise werden am 08.07.2022 in Wiesbaden im Hessischen Landtag übergeben.

Herzlichen Glückwunsch und ein Lob an euch alle, die mitgemacht haben!!!

 

 

Am Sonntag, 22.5.2022, fand in Schlitz, dem Sitz der Landesmusikakademie, die Zertifizierungsfeier für die neuen Musikmentoren des Landes Hessen statt.

Zu ihnen gehört mit diesem Tag auch Noah Seibert aus der E-Phase der Europaschule Gladenbach.

Er hat das Programm erfolgreich absolviert und nun sein Zertifikat als Musikmentor aus den Händen des Ministerialrates M. Kauer aus dem hessischen Kultusministerium erhalten.

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Das Musikmentorenprogramm gibt es seit 2018. Es bietet den teilnehmenden musikinteressierten Jugendlichen im Alter von 15 bis 19 Jahren die Möglichkeit, ihre musikalischen Fähigkeiten für das vokale oder instrumentale Musizieren in Gruppen zu erweitern und außerdem ihre personalen Kompetenzen weiterzuentwickeln. 

An fünf Wochenenden werden in Schlitz die Teilnehmer mit musikalischen und organisatorischen Aufgaben rund um Proben und Aufführungen vertraut gemacht. 

Nach Beendigung der fünften und letzten dieser sogenannten Akademiephasen erhalten die Musikmentoren dann im Rahmen einer feierlichen Abschlussveranstaltung ihr Zertifikat. 

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Nun kann auch Noah seine neuerworbenen Kompetenzen an unserer Schule einsetzen. So wird er z.B. auf dem kommenden Sommermusikabend ein von ihm einstudiertes kleines Musikstück dirigieren.

Übrigens: Noah ist der sechste Musikmentor unserer Schule. Dies sind seine Vorgänger:

Henrik Brandl / Tim Geitz (Jg. 2018/19)

Lars Bingel (Jg. 2019/20)

Karina Tolchanova / Naomi Dannat (Jg. 2020/21)

 

r weitere Informationen über das Musikmentorenprogramm: www. musikmentorenfuerhessen.de

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Von links nach rechts: Alica Findling (Bewerberin für Jg. 2022/23), Karina, Noah, Tim und Lars

Am Mittwoch, den 18.05.2022 machten sich acht Schüler*Innen und zwei Lehrer*Innen der Europaschule Gladenbach gemeinsam auf den Weg zur Theodor-Litt-Schule in Gießen. Dort sollte in diesem Jahr nach längerer Corona-Pause endlich wieder ein gemeinsamer Aktionstag der Europaschulen der Region Mitte stattfinden.

Obwohl schon vor längerer Zeit geplant, war das Thema „Demokratielernen“ im Kontext der gegenwärtigen weltpolitischen Lage aktueller und wichtiger denn je. Das stellte auch Michael Schär von europe direct Gießen in seinem Gastvortrag zu Beginn der Veranstaltung deutlich heraus. Dabei blieb vor allem seine Frage „Was sind schon etwa 83 Millionen Deutsche verglichen mit fast 750 Millionen Europäern? Und was sind 750 Millionen Europäern verglichen mit 7,7 Milliarden Menschen weltweit?“ im Gedächtnis. Gerade im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine forderte er die Schüler*Innen von fünf verschiedenen Europaschulen auf, sich immer wieder engagiert für die europäischen Werte einzusetzen.

Auf den Gastvortrag folgte dann die Arbeit in den verschiedenen Workshops, die zum Teil von LiV des Europaschulstudienseminars Gießen vorbereitet worden sind. So bastelten unsere drei Grundschüler*Innen und ein Schüler der Klasse 5 gemeinsam mit Grundschüler*Innen aus Hünfelden eigene Globen unter dem Motto „Freiheit ohne Grenzen“.

Vier Schüler*Innen des 9. Jahrgangs arbeiteten zusammen mit Schüler*Innen aus Wetzlar und Alsfeld unter dem Thema „Demokratie entdecken“. Dabei führten sie unter anderem an der Theodor-Litt-Schule mit verschiedenen Personengruppen Interviews durch, um ihre Einstellungen zu Europa zu erfragen. Andere Schüler*Innen erstellten selbstgedrehte Videos mit Playmobilfiguren, die die Bedeutung von Demokratie auch verglichen mit anderen Staatsformen verdeutlichen sollte.

Die vielfältigen Ergebnisse aller Workshops wurden anschließend im Plenum vor den Lehrer*Innen und Schüler*Innen und zum Teil auch Schulleiter*Innen der Europaschulen vorgestellt.

Zum Abschluss des Tages folgte eine virtuelle Autorinnenlesung mit der Europaaktivistin Nini Tsiklauri zu ihrem Werk „Lasst uns um Europa kämpfen. Mit Mut und Liebe für eine starke Europäische Union“. Ausgehend von ihrer eigenen Fluchtgeschichte aus Georgien, die auf bedrückende Art Parallelen zu der momentanen Situation in der Ukraine aufzeigte, präsentierte Nini Tsiklauri diverse Wege aus ihrem „Do-it-yourself Rettungsplan für die EU“, wie Menschen sich heute sowohl „real“ als auch digital für Europa und europäische Werte einsetzen können. Dabei betonte sie immer wieder, wie wichtig es ist, Demokratie und Freiheit vehement einzufordern, nicht als selbstverständlich zu nehmen und öffentlich dafür einzustehen.

Mit diesen Ideen im Kopf kehrten wir am späten Nachmittag an unsere Schulen zurück. Nun hoffen wir, dass wir folgenden Gedanken Nini Tsiklauris in den nächsten Wochen während unserer Feierlichkeiten zum 30-jährigen Europaschuljubiläum immer wieder ins Gedächtnis rufen können:

„Die Europäische Union ist ein Leuchtturm der liberalen Demokratie. Und des Friedens und der Freiheit, ich kann es nicht oft genug sagen. In diesem Licht erstrahlen Menschen- und Bürgerrechte, die Gleichberechtigung in einer offenen Gesellschaft.“

Am 9.Mai 2022 war es endlich soweit – mit einem Festakt als große Auftaktveranstaltung begann die Veranstaltungsreihe „Respekt!- 30 Jahre Europaschule Gladenbach“. Dabei wurde den Gästen aus Politik, dem Kultusministerium, dem Kollegium sowie der Eltern- und Schülerschaft ein buntes Programm geboten.

europa11992 wurde die Freiherr-vom-Stein Schule Gladenbach als eine der ersten fünf Schulen in Hessen mit dem Zertifikat „Europaschule“ ausgezeichnet. Eine damals nicht unumstrittene Entscheidung, wie Schulleiter Dr. Holger Schmenk in seiner Begrüßungsrede betonte, die sich heute aber als absoluter Gewinn für die ganze Schulgemeinschaft erweist. Dies wurde auch in dem vielfältigen Programm des Abends, das maßgeblich von Schüler*Innen der Europaschule Gladenbach getragen wurde, deutlich.

europa1Begrüßt wurde die Festgemeinde von einer Darbietung des Grundschulchors unter Leitung von Marcus Zihn, der die Zuschauer mit ihrer Freude direkt begeisterte. Zwischen den drei Liedern begrüßten die Moderatoren Lillian Jacobi (E3) und Matteo Düppers (Q2) die Anwesenden und erzählten selber kurz, welche europäischen Erinnerungen sie während ihrer Schullaufbahn machen durften. Dabei wurde deutlich, dass vor allem die vielfältigen Austauschprogramme bleibenden Eindruck hinterlassen haben. Nach der kräftezehrenden Coronazeit und der schnellen Progression im Bereich der Digitalisierung, brauche die Schule jetzt Zeit, genau auf diese Aspekte wieder ein besonderes Augenmerk zu legen, mahnte Dr. Schmenk in seiner Rede an.

europa3Auf diese folgte eine weitere bemerkenswerte musikalische Darbietung von Laura Elisa Kamm und Julia Heimann aus der 8G1, die, unter der Leitung von Herrn Erkel, „Story of my life“ von OneRepublic aufführten. Auch Staatssekretär Dr. Lösel merkte beeindruckt in seiner darauffolgenden Rede an, wie schön es ist, dass die Schüler*Innen nach der langen Coronapause endlich wieder Singen und gemeinsam Musik machen können.

europa4Doch nicht nur musikalisch hatten die Schüler*Innen der Europaschule einiges zu bieten. Die Schüler*Innen aus dem WPU-Kurs Darstellendes Spiel des 9. Jahrgangs erarbeiteten unter der Leitung von Frau Finke eine moderne Version der Sage um die Entstehung Europas, die mit einigen humorvollen Elementen das Publikum unterhielt. Dass gerade in den momentanen Zeiten die Auseinandersetzung mit dem europäischen Gedanken, der vor allem in gemeinsamen Begegnungen spürbar wird, für Schüler*Innen als mündige Europäer*Innen essenziell ist, betonte auch Schuldezernent Marian Zachow in seiner Rede. europa6Diese „Festung Europa“ war auch die Inspiration für eine spannende Tanzaufführung in Ganzkörperanzügen mehrerer Schülerinnen der 8G1 unter der Leitung von Frau Bunde.

europa6Zu der „Festung Europa“ gehört auch, dass den Schüler*Innen der Europaschule zentrale Werte und Kompetenzen vermittelt werden, betonte Landtagsabgeordnete Angelika Löber, die Patin für die AG „Schule ohne Rassismus“ ist. Toleranz und Vielfalt wird hier nicht nur theoretisch gelehrt, sondern tatsächlich gelebt, was sich auch bei der Integration ukrainischer Flüchtlinge in den Schulalltag deutlich zeigt, stellt Referatsleiterin im Kultusministerium, Dr. Corinna Hartmann, in ihrer Rede heraus.

Auch die Partnerschaft und Verbundenheit mit anderen (europäischen) Ländern wurde während des Festaktes deutlich spürbar - neben einem Video mit Grußbotschaften verschiedener europäischer Partnerschulen sowie einem gemeinsamen Interview-Projekt der Tansania-AG mit der Kisomachi Secondary School unter der Leitung von Frau Schiebel und Frau Steyer, blieb vor allem auch die Rede von Pat MacKenna, dem Schulleiter der irischen Partnerschule, in Erinnerung, der die Wichtigkeit des gemeinsamen Austausches noch einmal deutlich betonte.

Zwischen den Reden trat das Bläserensemble der Musikklassen 6F1/6F2 unter der Leitung von Frau Guhl mit „Fanfare & Rondeau“ sowie der Titelmelodie von „Game of Thrones“ auf. Diese spielten dann, nach einem gemeinsamen Grußwort des Fördervereins durch Frau Müller-Zimmermann und dem Elternbeirat durch Frau Bamberger, als sehr gelungenem Abschluss der Veranstaltung „Ode to Joy“ – und genau das war die erste große Feier dieser Veranstaltungsreihe auch: eine Freude!

Daher möchten wir uns noch einmal bei allen Schüler*Innen und Kolleg*Innen bedanken, die diesen Festakt durch ihr Engagement möglich gemacht haben. Wir freuen uns auf die nächsten Veranstaltungen!

Ein großer Dank für die finanzielle Unterstützung beim Spendenlauf und beim Catering für den Festakt gilt auch:

  • Apotheke Baum
  • REWE Thomas Kessler oHG
  • Schreinerei + Küchenstudio Wagner GmbH 
  • Metzgerei Schäfer und Simon
  • Metzgerei Schorge
  • Metzgerei Heck
  • Stern Apotheke
  • Optikstudio Hirth
  • Juwelier Goldmayer
  • Parfümerie Preisig
  • Eiscafe Venezia
  • Buchladen Colibri
  • Edeka Neukauf Herbener
  • Getränkeland Kaufmann

Nach einer langen Corona-bedingten Durststrecke ist es wieder so weit: Die internationale Y2K Konferenz kann stattfinden. 33 Jugendliche aus sechs verschiedenen Nationen treffen aufeinander und leben den europäischen Gedanken.  Aus unserer Schule fährt Frau Dall’Asta mit drei Schüler/innen aus der Q-Phase und einer Schülerin aus der E-Phase.

Unsere Reise startet am 21. April vom Hauptbahnhof Marburg nach Dänemark.
Nach einer 9-stündigen Bahnfahrt kommen wir gegen vier Uhr in Nørre Aaby, Dänemark, an.

Sonsorlauf

Wir werden herzlich von den dänischen Schülern begrüßt und willkommen geheißen. Jeder nationalen Delegation wird ein Däne oder eine Dänin zugewiesen, der/die für die Aufenthaltszeit der jeweilige Ansprechpartner sein wird.
Es liegt eine herzliche, aber auch gespannte Stimmung in der Luft.

Von „unserem Dänen“ werden wir durch die „Eisbjerghus Efterskole“ geführt und uns werden die Zimmer gezeigt. Im dänischen Schulsystem ist es nach der 9. oder 10. Klasse möglich, ein Jahr lang eine „Efterskole“ zu besuchen. Die Schüler leben und lernen hier wie in einem Internat.
Die „Eisbjerghus Internationale Efterskole“ hat ihren Schwerpunkt auf internationalen Begegnungen und Reisen. Sie ist außerdem auf Sprachkompetenzen, besonders Englisch, spezialisiert. Andere Efterskolen können ihren Fokus aber beispielsweise auch auf Kunst, Musik oder Sport haben.

Die Schüler schlafen hier meist zu dritt in einem Zimmer. Dadurch bleibt gerade genug Platz für einen weiteren Gast, der über die vier Tage ein weiterer Zimmergenosse wird.

Sonsorlauf

Nach dem Beziehen unserer Zimmer steht schon das Essen im großen Saal bereit. Da die Dänen hier ein ganzes Jahr lang leben, haben sie eine eigene Großküche und ein Küchenteam. Die Schüler werden in alles eingebunden. Sei es in der Küche, im Hausputz oder der Wäsche, die dänischen Jugendlichen werden hier auf das Leben vorbereitet.

Nach dem Essen starten die Ice Breaker und die ersten internationalen Bekanntschaften werden gemacht. Die Stimmung lockert sich und beim anschließenden Abendsnack um neun ist Zeit für den ersten Austausch.

Der nächste Tag startet um sieben Uhr mit dem Frühstück.
Es schließt sich der formale Teil der Konferenz an und jede Delegation präsentiert ihre Region und Schule. Anschließend bauen wir Stände auf und schmücken sie mit Flaggen, Karten, Spezialitäten und vielem mehr aus unseren Regionen und Nationen.
Zur Besichtigung der Stände dürfen auch die anderen dänischen Schüler kommen und sofort ist die Assembly Hall gerappelt voll. Es ist interessant, die verschiedenen Länder so kennen zu lernen und das eigene zu repräsentieren.

Sonsorlauf

Am Nachmittag stellen wir schließlich unsere Präsentation zum Thema „Use your voice“ vor.
Wir weisen hierzu die verschiedenen Möglichkeiten auf, wie wir in Deutschland als Jugendliche politisch aktiv werden können und zeigen die Bilder der Friedensdemonstration unserer Schule. Des Weiteren halten wir Reden und motivieren zu politischer Beteiligung.

Die anderen Schüler berichteten viel über ihre persönlichen Erfahrungen zu den Themen Corona-Pandemie und Ukrainekrieg sowie zu länderspezifischen Angelegenheiten, in denen sie aktiv werden und ihre Stimme nutzen.

Nach dem gemeinsamen Abendessen gibt es noch die Möglichkeit, an sportlichen Aktivitäten teilzunehmen und als Y2K-Team zusammenzuwachsen.
Schon am ersten Tag entsteht ein Gefühl der Gemeinschaft und wir gehen erschöpft, aber auch zufrieden ins Bett.

Der zweite Tag der Konferenz startet um 9 Uhr.
Der Speisesaal ist leerer als gewöhnlich, da einige dänische Schüler über das Wochenende die Gelegenheit nutzen, um ihre Familien zu besuchen. Ein Großteil der Schüler bleibt allerdings übers Wochenende in der Efterskole.

Heute geht es für einen Ausflug nach Odense, der drittgrößten Stadt Dänemarks, um das neue Museum, welches dem weltberühmten dänischen Schriftsteller Hans Christian Andersen gewidmet ist, zu besuchen.
Das Museum selbst ist sehr modern und interaktiv aufgebaut.

An das Museum schließt sich eine Gruppenphase an, um Odense weiter zu erkunden. In den von den Dänen eingeteilten internationalen Gruppen erkunden wir gemeinsam die Stadt und bekommen noch einmal die Chance, Schüler näher kennen zu lernen, mit denen wir bis jetzt noch nicht so viel Kontakt hatten.

Sonsorlauf

Zurück in der Schule dürfen wir eine Tradition der Efterskole miterleben. Die Wochenenden sind durch Mottos geprägt. An diesem lautet das Thema: „Hochzeit“. Während wir in Odense waren, haben die Schüler untereinander „geheiratet“ und bereits gefeiert. Das Abendessen ist also ein Hochzeitsessen, mit anschließender Hochzeitstorte. Es ist beeindruckend, mit wie viel Engagement die Schüler in den Aktionen aufgehen.

Auf das letzte gemeinsame Abendessen folgt ein Tanzabend im Spiegelsaal der Schule. Die Letten spielen traditionelle Musik und zeigen uns ihre Volkstänze, welche wir schnell lernen und mittanzen können.
Es herrscht eine ausgelassene Stimmung.

Und so geht der letzte gemeinsame Abend zu Ende.

Am Sonntag startet das Frühstück um neun Uhr und anschließend müssen die Engländer, Ungarn und Letten die Heimreise mit dem Zug, nach Kopenhagen zum Flughafen, antreten. Die Italiener verließen die Schule bereits am frühen Morgen, um ihren Flieger zu bekommen.
Wir verabschieden uns herzlich und verabreden ein Wiedersehen mit den jeweiligen Ländern.

Auch wir treten nun die Heimreise zurück nach Deutschland an und werden wohl noch länger auf dieses Erlebnis zurückblicken.
Es war ein Abenteuer, in so kurzer Zeit so viele neue Menschen kennen zu lernen. Wir durften viel darüber erfahren, wie wir unsere Stimme für ein demokratisches Europa einsetzen können. Wir sind unendlich dankbar für dieses Erlebnis.

Ein besonderer Dank geht an die Eisbjerghus Internationale Efterskole, die für ein paar Tage ein echtes Zuhause geworden ist. Auch den dänischen Schülern und Lehrern möchten wir für ihre Organisation, herzliche Art und Gastfreundschaft danken.

In diesen Begegnungen lebt der europäische Gedanke von Zusammenhalt und Freundschaft. Wir freuen uns, nächstes Jahr Gastgeber für unsere europäischen Partnerschulen zu sein.

In diesem Sinne: Es lebe Europa!

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Europaschule Gladenbach

Dr.-Berthold-Leinweber-Str. 1
35075 Gladenbach

Obere Schule: Tel. 06462/917411
Untere Schule: Tel. 06462/916630 (ab 8 Uhr!)
Fax +49 - (0)6462 9174-19
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