Am Mittwoch, den 18.05.2022 machten sich acht Schüler*Innen und zwei Lehrer*Innen der Europaschule Gladenbach gemeinsam auf den Weg zur Theodor-Litt-Schule in Gießen. Dort sollte in diesem Jahr nach längerer Corona-Pause endlich wieder ein gemeinsamer Aktionstag der Europaschulen der Region Mitte stattfinden.

Obwohl schon vor längerer Zeit geplant, war das Thema „Demokratielernen“ im Kontext der gegenwärtigen weltpolitischen Lage aktueller und wichtiger denn je. Das stellte auch Michael Schär von europe direct Gießen in seinem Gastvortrag zu Beginn der Veranstaltung deutlich heraus. Dabei blieb vor allem seine Frage „Was sind schon etwa 83 Millionen Deutsche verglichen mit fast 750 Millionen Europäern? Und was sind 750 Millionen Europäern verglichen mit 7,7 Milliarden Menschen weltweit?“ im Gedächtnis. Gerade im Hinblick auf den Krieg in der Ukraine forderte er die Schüler*Innen von fünf verschiedenen Europaschulen auf, sich immer wieder engagiert für die europäischen Werte einzusetzen.

Auf den Gastvortrag folgte dann die Arbeit in den verschiedenen Workshops, die zum Teil von LiV des Europaschulstudienseminars Gießen vorbereitet worden sind. So bastelten unsere drei Grundschüler*Innen und ein Schüler der Klasse 5 gemeinsam mit Grundschüler*Innen aus Hünfelden eigene Globen unter dem Motto „Freiheit ohne Grenzen“.

Vier Schüler*Innen des 9. Jahrgangs arbeiteten zusammen mit Schüler*Innen aus Wetzlar und Alsfeld unter dem Thema „Demokratie entdecken“. Dabei führten sie unter anderem an der Theodor-Litt-Schule mit verschiedenen Personengruppen Interviews durch, um ihre Einstellungen zu Europa zu erfragen. Andere Schüler*Innen erstellten selbstgedrehte Videos mit Playmobilfiguren, die die Bedeutung von Demokratie auch verglichen mit anderen Staatsformen verdeutlichen sollte.

Die vielfältigen Ergebnisse aller Workshops wurden anschließend im Plenum vor den Lehrer*Innen und Schüler*Innen und zum Teil auch Schulleiter*Innen der Europaschulen vorgestellt.

Zum Abschluss des Tages folgte eine virtuelle Autorinnenlesung mit der Europaaktivistin Nini Tsiklauri zu ihrem Werk „Lasst uns um Europa kämpfen. Mit Mut und Liebe für eine starke Europäische Union“. Ausgehend von ihrer eigenen Fluchtgeschichte aus Georgien, die auf bedrückende Art Parallelen zu der momentanen Situation in der Ukraine aufzeigte, präsentierte Nini Tsiklauri diverse Wege aus ihrem „Do-it-yourself Rettungsplan für die EU“, wie Menschen sich heute sowohl „real“ als auch digital für Europa und europäische Werte einsetzen können. Dabei betonte sie immer wieder, wie wichtig es ist, Demokratie und Freiheit vehement einzufordern, nicht als selbstverständlich zu nehmen und öffentlich dafür einzustehen.

Mit diesen Ideen im Kopf kehrten wir am späten Nachmittag an unsere Schulen zurück. Nun hoffen wir, dass wir folgenden Gedanken Nini Tsiklauris in den nächsten Wochen während unserer Feierlichkeiten zum 30-jährigen Europaschuljubiläum immer wieder ins Gedächtnis rufen können:

„Die Europäische Union ist ein Leuchtturm der liberalen Demokratie. Und des Friedens und der Freiheit, ich kann es nicht oft genug sagen. In diesem Licht erstrahlen Menschen- und Bürgerrechte, die Gleichberechtigung in einer offenen Gesellschaft.“