Unser Besuch der SIDO – Maschinenfabrik in Moshi

Unseren Wunsch, neben Kultur- und Natur- Besonderheiten eine „normale“ Fabrik zu besichtigen, hatten die Partner in die Tat umgesetzt und mit SIDO-Ingenieuren einen Besuchstermin vereinbart. Mr. Panga, Pascal Sabbas, Philip Kyara und ein Chemielehrer der Kisomachi Sec. School waren angereist; wir trafen uns auf dem Firmengelände der Maschinen-Fabrik im Industriegebiet von Moshi. Nach einem kurzen Statement des leitenden Ingenieurs und einer ausführlichen Vorstellungsrunde erkundeten wir etliche kleine Maschinen, Modelle sozusagen. SIDO steht für Small Industries Development Organization und ist staatlich geführt.In den 70er- Jahren sind die SIDO-Standorte mit schwedischer Entwicklungshilfe errichtet worden; seit etlichen Jahren arbeitet SIDO unabhängig bzw. wird vom tansanischen Staat unterstützt. Die über 40 Mitarbeiter, fast nur Männer, und etliche Auszubildende, werden vom Ministerium für Handel bezahlt. Sie entwickeln auf Anfrage und nach Bedarf einfache und günstig zu erwerbende Maschinen für Handwerksbetriebe, Geschäfte, Kooperativen und kleine Unternehmen im ländlichen Raum. Deshalb befinden sich SIDO-Standorte vor allem in Städten in ländlicher Umgebung, z.B. Lindi, Tanga, Arusha, Iringa, Songea etc., weniger z.B. in Daressalaam.

In Lindi und Tanga werden zum Schälen und Rösten, z.B. von Cashew-Kernen, andere Maschinen gebraucht als in Moshi, wo eher Kaffeepulpmaschinen, Maismühlen, Tafelkreideformer, Tomatenschälmaschinen etc. hergestellt werden.

Mir selbst fielen die zwei Energiesparöfen ein, die vor ca 15 Jahren mit Gladenbacher Unterstützung bei SIDO gekauft und in der Schulküche in Kisomachi genutzt werden.

Die konkrete Funktion der Maschinen interessierte die meisten von uns schon, wobei Lärm und „dicke Luft“ das Verstehen des Ingenieurs ungemein erschwerten.

Mit den O-level-students planen unsere Partner einen Besuch bei SIDO, denn für sie gibt es nach dem O-level-Examen in der Firma Arbeits- und Ausbildungsmöglichkeiten.

Die Idee, SchülerInnen der Europaschule einen kleinen Ausschnitt städtischer Arbeitsmöglichkeiten und auch konkreter Berufsmöglichkeiten für unsere PartnerschülerInnen zu zeigen, wurde von unseren Freunden mit Freude umgesetzt. Auch sie selbst hatten im Mai darum gebeten, in Gladenbach Ausschnitte täglichen Lebens zu erleben. Für uns bot sich nach dem Niedergang der riesigen Streichholzfabrik wieder die Möglichkeit, uns nicht nur auf das schulische Lernen und Leben zu konzentrieren, sondern uns auch mit den beruflichen Perspektiven unserer PartnerschülerInnen auseinanderzusetzen.

Zum Schluss fragte Mr. Panga den SIDO-Mitarbeiter nach weiterer Förderung der Firma SIDO durch den Staat. Der leitende Ingenieur äußerte sich zuversichtlich darüber, dass die staatliche Förderung kleiner Industrieprojekte auf dem Land, kleiner Business- Ideen etc. auch unter der Regierung des Präsidenten Magufulis weiter bestehe.

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