Da das Dorf Kisomachi, indem sich auch unsere Partnerschule Kisomachi Secondary School befindet, sehr katholisch geprägt ist, hatten wir die Möglichkeit am Sonntag den 29. September einen der vier Gottesdienste der katholischen Kirche zu besuchen.
Wir nahmen an dem zweiten Gottesdienst teil, welcher von 7:30 bis 9:45 Uhr stattfand und somit ueber zwei Stunden lang war.

Solch eine Länge für einen normalen Gottesdienst ist in Tansania zwar Gang und Gebe, für deutsche Verhältnisse allerdings sehr lang.
Was uns unabhängig vom Gottesdienst auffiel war, dass die Kirche das größte und prächtigste Gebäude gemeinsam mit der Residenz des Pfarrers des Dorfes war.
Das hängt damit zusammen, dass Religion in Tansania einerseits noch einen sehr hohen Stellenwert genießt und andererseits die katholische Kirche zusätzlich sehr viel Geld in missionarische Projekte investiert(Schule, Kloster, Gesundheitswesen, etc.).
Bezüglich des Gottesdienstes fiel uns im Ablauf der Rituale kein großer Unterschied zu einem in Deutschland stattfindenden katholischen Gottesdienst auf.
Was jedoch in Kontrast zu Deutschland auffaellt, ist zum einen die Besucherzahl, die deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt und zum anderen die zum Teil auftretenden spirituellen Erfahrungen der Gottesdienstteilnehmer. Erwaehnenswert ist zudem, dass meistens Frauen, Maenner und Kinder gegtrennt voneinander in den Kirchenbaenken sitzen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Sammlung der Kollekten. Dreimal ging insgesamt der Klingelbeutel fuer unterschiedliche Zwecke und Sammlungen herum.

Auch dass am Ende des Gottesdienstes ein lokaler Politiker das Wort vor der Gemeinde ergreift, wäre in Deutschland während eines normalen Gottesdienstes undenkbar.
Desweiteren gab es einen sehr großen Chor, der seine häufigen Auftritte mit sehr großem Elan bestritt und von einem Keyboard, Trommeln und Rasseln begleitet wurde.

Letztendlich lässt sich sagen, dass dieser Gottesdienst, den unsere Partner wöchentlich besuchen müssen, eine besondere Erfahrung war, die wir so schnell nicht vergessen werden.