Donnerstag, 27.04.2017

Am Donnerstag sind wir, der Erdkunde Grundkurs, mit Herr Deurer morgens in Marburg losgefahren und, nach einmaligen Umsteigen in Hannover, gegen Mittag in Bremerhaven angekommen. Dort sind wir zuerst zur Jugendherberge gefahren und haben unsere Zimmer belegt.
Danach sind wir mit dem Bus zum Hafen gefahren, wo wir mit unserem Hafenführer Eugen Winterhohn (ein vermeintlicher Student) verabredet waren. Nach einem Gruppenbild ging es schon los. Während unserem zweistündigen Hafenrundgang hat uns Eugen viel über die Stadt Bremerhaven und Schiffe, die mal in Bremerhaven angelegt haben, erzählt.
Bremerhaven wurde gegründet, weil die Weser immer mehr versandete und die Schiffe immer größer wurden. Dadurch wurde der Bremer Hafen immer unattraktiver. Als Konsequenz kaufte Bremen 1827 Land rund 50 km nördlich von Bremen. Hier, an der 40 km von der Nordsee entfernten Wesermündung, entstand ein neuer Hafen für Bremen – Bremerhaven. Nach etwa 20 Jahren war jedoch der ´Alte Hafen´ zu klein. Der ´Neue Hafen´ entstand. Heute werden beide Häfen Bremerhavens´ nicht mehr gewerblich genutzt. Der Alte Hafen wurde zum Teil zugeschüttet, um Platz für Straßen und ein neues Shoppingcenter zu schaffen. Der noch existierende Teil wird heute hauptsächlich vom Deutschen Schifffahrtsmuseum benutzt. Unter anderem liegt hier auch das Wahrzeichen von Bremerhaven, die ´Seute Deern´ – das letzte noch schwimmende Handelsschiff mit Holzrumpf. Heute beheimatet es ein Restaurant.
Bremerhaven war damals der größte Auswandererhafen des europäischen Kontinents, erzählte uns Eugen stolz. Um an die vielen Auswanderer zu erinnern, findet man überall in Bremerhaven Statuen von Auswanderern und Stolpersteine mit Name, Land und dem Zeitpunkt der Auswanderung. Außerdem gibt es, zentral am Neuen Hafen, ein großes Auswanderermuseum. Bei einem kurzen Blick ins Foyer erfuhren wir, dass es die meisten Auswanderer Richtung Nord- und Südamerika zog, ein paar von ihnen aber auch nach Asien oder Ozeanien gingen.
Auf Grund seiner Lage in der Nähe der Nordsee liegt Bremerhaven im Tidegebiet. Das heißt, dass der Wasserstand je nach Ebbe oder Flut variiert. In Bremerhaven betragen diese Schwankungen bis zu 3 Meter. Deshalb ist Bremerhaven umgeben von großen Dämmen und die Häfen haben Schleusen. Der Wasserstand in den Hafenbecken entspricht also dauerhaft dem der Flut. Direkt an einer Schleuse des Neuen Hafens befanden sich der Bremerhavener Leuchtturm und der Willy-Brandt-Platz. Von hier aus starteten die meisten Auswanderer ihre Reise. Hieran erinnert auch ein großes Denkmal. An den Willy-Brandt-Platz grenzt der ´Zoo am Meer´. Hier könne man ausschließlich nordische Tiere beobachten, erzählte uns Eugen.
Dann erzählte er uns noch von verschiedenen Bremerhavener Schiffen, wie dem Dampfeisbrecher ´Wal´, der nicht wie häufig vermutet mit Dampf das Eis bricht, sondern von einer Dampfmaschine angetrieben wird. Zweimal ist es schon gesunken, aber mittlerweile wieder vollfunktionsfähig und half zuletzt beim Aufbau Helgolands. Er erzählte uns auch, dass in Bremerhaven das Segelboot liegt, das bisher am nächsten ohne Motor an den Nordpol fuhr – bis zu einer Entfernung von rund 600 Kilometern. In zwei Jahren würde ein Team wohl wieder mit dem Schiff gen Norden fahren. Dieses Mal aber mit Antrieb und vermutlich noch näher an den Nordpol, da die Eisgrenze dank dem Klimawandel jetzt viel weiter im Norden liegt. Am Alten Hafen fanden wir die ´Rau 9´ – ein weiteres Schiff, das Eugen offensichtlich sehr interessierte. Es war ein Walfangboot, das während des Krieges öfters die Besitzer wechselte. Weiterhin lag im Alten Hafen ein U-Boot, das man besichtigen konnte. Eugen erzählte uns, dass man damals auch häufig Boote aus Leichtzement baute. Er zeigte uns einige Exemplare. Alle anderen Rohstoffe wären damals knapp gewesen, meinte er. Bevor er uns zum Schifffahrtsmuseum führte, erklärte er uns noch kurz den Voith-Schneider-Antrieb der Bremerhavener Lotsenboote und Schlepper. Dieser ermöglicht den Booten eine hohe Manövrierfähigkeit – sie können sogar auf der Stelle drehen.
Das Schifffahrtsmuseum befand sich in einem Turm. Im Erdgeschoss war eine kleine Ausstellung zur Schifffahrt und Bremerhaven, oben im Turm war eine Aussichtsplattform. Wir freuten uns, dem eisigen Wind des Nordens einmal kurz zu entkommen und genossen den Blick. Von dort oben aus zeigte Eugen uns eine Off-Shore Trainingsanlage, in der eine Dänische Firma Mitarbeiter von Bohrinseln und anderen Off-Shore Anlagen in einwöchigen Seminaren auf das Leben auf Hoher See vorbereitet. Sogar Hubschrauberrettungen werden dort simuliert, erzählte er. Weiter des zeigte er uns den Bau des größten Windkraftwerkes und erklärte, dass Bremerhaven ein sehr wichtiger Standort für Off-Shore Windanlagen ist. Zu guter Letzt zeigte er uns noch das viert größte Kreuzfahrtschiff, welches zurzeit in Bremerhaven anliegt.
Anders als in anderen Städten gibt es in Bremerhaven keinen zentralen Marktplatz, um den alles gebaut wurde und wird. Ursprünglich nur als neuer Hafen gedacht, hat sich hier alles vom Hafen aus ausgedehnt. Bremerhaven zählt heute knapp 115.000 Einwohner und gilt als größte Stadt an der Nordsee. Auch wenn es eine Hochschulstadt ist, begegnet man hier kaum Studenten. Bremerhaven ist mit dem Deutschen Schifffahrtsmuseum, dem Klimahaus 8° Ost, dem Deutschen Auswandererhaus und dem Alfred-Wegener-Institut für Polar- und Meeresforschung aber trotzdem eine sehr wissenschaftlich geprägte Stadt.
Abends fuhren wir dann gemeinsam mit dem Bus zur Jugendherberge, wo wir nach dem Essen noch einen Schülervortrag zum Thema Klimawandel hörten.

 

Freitag, 28.04.2017

Am Freitag besuchten wir das Klimahaus Bremerhaven 8° Ost direkt in Bremerhaven. Dieses Ausstellungshaus befindet sich auf dem 8. Östlichen Längengrad und hat uns eine kleine Reise um die Welt beschert. Um Punkt neun Uhr standen wir vor dem Klimahaus, um unsere Expertin Dr. Susanne Nawrath für ein Expertengespräch zu treffen. Dr. Nawrath ist wissenschaftliche Ausstellungsleiterin im Klimahaus und begann uns die Anfänge des Klimahauses und den Klimawandel selbst, mithilfe einer PowerPoint Präsentation, näher zu bringen. Das Klimahaus wurde 2009 eröffnet und ähnelt äußerlich einem Schiff. Die Reise am 8. Östlichen Längengrad beginnt in Isenthal, der Schweiz. Weiter geht es dann zur zweiten Station Sardinien in Intalien, danach Kanak in Niger, Ikenge in Kamerun, Königin-Maud-Land in der Antarktis, Satitos in Samoa und Gambell in Alaska. Beendet wird die Reise wieder in Hallig Langeneß in Deutschland und schließlich im Bremerhaven. Um aber das ganze Klimahaus besser verstehen zu können, begann Dr. Nawrath noch einmal ganz weit in der Vergangenheit. Sie erzählte von Svante Arrhenius, einem schwedischer Forscher und Chemiker. Dieser untersuchte die Atmosphäre, wie auch Klimaschwankungen. Er erkannte, dass sich durch zu viel Kohlenstoffdioxidfreigabe, wie beispielsweise durch Vulkanausbrüche, bei welchen Kohlenstoffdioxidgehalte freigesetzt werden, das Erdklima aufheizt und dies einen Temperaturanstieg verursacht.
Auch der Anstieg der globalen Mitteltemperatur wurde uns anhand vieler Grafiken erklärt. Die globale Mitteltemperatur, welche durch instrumentelle Messungen rekonstruiert wurde, hat sich nämlich seit Beginn des 20. Jahrhunderts in Phasen erhöht. Auf der uns gezeigten Mittelkurve konnten wir teilweise starke Schwankungen zwischen den einzelnen Jahren erkennen. Die Mitteltemperatur war in 30- Jahresperioden um 0,8°C gestiegen und die bisher wärmsten gemessenen Werte liegen fast alle bereits im 21. Jahrhundert. Die zukünftige Klimaänderung kann durch Modellrechnungen nachgebildet werden, wobei aber sehr viel berücksichtigt werden muss. Auch Szenarienrechnungen lassen sich für die kommenden Jahre im 21. Jahrhundert aufstellen.
Grund für die Erhöhung der Temperatur ist die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Kohle und Erdöl, die Sonnenaktivität und die, wie schon von Arrhenius erwähnte, Freisetzung an Treibhausgase (Methan, FCKW, Kohlenstoffdioxid).
Auch der El Nino wurde aufgegriffen. Dies ist ein Naturphänomen, welches entsteht wenn sich das Wasser im östlichen Pazifik stark erwärmt. Durch den El Nino können die Passatwinde, welche wir im Unterricht bereits kennengelernt haben, in die andere Richtungen strömen und das warme Wasser staut sich somit an der Küste Südamerikas an. Dies hat dann Auswirkungen auf andere Erdteile. Es können beispielsweise Dürren, oder Überschwemmungen auftreten. Der El Nino 2016 war einer der stärksten der letzten 50 Jahre. Sehr häufig sind dadurch die Landwirtschaft, Fischerei oder die Meerestiere betroffen.
Nun zu weiteren schweren Auswirkungen des Klimawandels. Dieser macht sich in den Alpen besonders bemerkbar. Durch die Erwärmung im Alpenraum kommt es zu Gletscherschmelzen, zu früher Schneeschmelze, Niederschlagsveränderung und sinkendem Grundwasserspiegel. Die Gletscher haben bereits einen großen Teil ihrer Masse verloren. Durch die hohe Niederschlagsmenge kommt es zu Erdrutschen und zusammen mit dem abschmelzenden Gletschereis zu einem Anstieg des Wasserpegels. Auch die Pflanzenvielfalt verringert sich durch den Temperaturanstieg. Selbstverständlich bekommt auch der Mensch die Auswirkungen direkt zu spüren, denn der Hauptverdienst der Bewohner in den Alpen kommt durch den Tourismus. Wanderpfade verschwinden durch die Erdrutsche und die Angst vor Lawinen macht sich bei den Menschen breit, so geht auch der Tourismus zurück.
Nun werfen wir einen weiteren Blick auf das arktische Ökosystem. Das arktische Meereis schmilzt ab und es liegt in Alaska sogar ein Temperaturanstieg von 3-4°C vor. Durch das zurückgezogene Eis müssen die Walrosse auf das Festland ausweichen und sammeln sich somit an den Küstengebieten von Alaska an.
Die schmelzenden und abbrechenden Eismassen sorgen aber auch für den Anstieg des Meeresspiegels, genauso wie die Erwärmung der Temperatur durch welche sich die Meere und Ozeane ausdehnen. Das hat zur Folge, dass Landmassen überschwemmt werden können, kleine Inseln werde teilweise komplett verloren gehen und die davon betroffene Bevölkerung wird ihre Heimat verlieren.
Einmal kurz zusammengefasst wird der Klimawandel überwiegend negative Folgen haben. Unsere Ökosysteme sind gefährdet (Korallenriffe, Wälder usw.), es wird mehr extreme Wetterereignisse geben und der Nahrungsanbau, wie auch unsere Gesundheit sind gefährdet.
Es gibt jedoch bereits Lösungsansätze in der Klimapolitik, wie beispielsweise das Übereinkommen von Paris. Bei diesem Aktionsplan soll die Erderwärmung auf deutlich unter 2°C begrenzt werden. Auch internationale Klimaschutz-Organisationen, wie 350.org, wurden gegründet.
Nach dem Expertengespräch begann unsere Reise durch das Klimahaus und wir erlebten die Tour, die Axel Werner entlang des 8. Östlichen Längengrads machte, fast täuschen echt nach. Wir bekamen die Temperaturunterschiede am eigenen Körper zu spüren und lernten in jedem anderen Land eine Familie kennen, die uns die Umstände und Lebensweisen in ihrem Land näherbrachte. Teilweise sprachlos von den bewegenden Geschichten und den faszinierenden Tieren, gingen wir durch das Klimahaus. Das Besondere am Klimahaus war, dass wir oft die Sachen und Dinge selbst anfassen durften. Wir benötigten über zwei Stunden um durch das Klimahaus zu kommen und hätten an manchen Stellen doch lieber einen längeren Halt gemacht. Am Ende unserer Tour durften wir Dr. Nawrath noch einmal sich eventuell ergebene Fragen stellen. Wer wollte konnte dann noch einmal zurück ins Klimahaus oder in das Columbus Center sich mit einem Mittagessen stärken. Bis zum Abendessen hatten wir also freie Zeit und auch danach haben wir uns selbst beschäftigt oder uns zusammengesetzt um gemeinsam Gesellschaftsspiele zu spielen.

 

Samstag, 29.04.2017

Am Samstag machten wir uns, nach dem Frühstück in der Jugendherberge, mit unseren Sachen auf den Weg zum Alfred-Wegener-Institut (AWI). Dies ist ein Institut für Meeres- und Polarforschung, benannt nach dem Polarforscher und Geowissenschaftler Alfred Wegener und wurde 1980 gegründet. Unsere Führung sollte uns Einblicke in die verschiedenen Arbeits- und Forschungsbereiche bringen.
Im AWI wollten wir unsere Sachen an der Garderobe abstellen. Schon dabei fiel auf, dass der ganze Raum voll mit zugeschweißten Kisten stand. Unsere Führerin Margret Grobe erzählte uns, dass diese vom Deutschen Forschungsschiff, der Polarstern, kamen. Die „Polarstern“ war am vorherigen Wochenende in Bremerhaven angekommen und konnte dort einen Tag lang besichtigt werden – ein Angebot, das mehrere tausend Menschen wahrnehmen wollten.
Bevor wir durch die Ausstellung und die Forschungsabteilungen gingen, bekamen wir noch einige Basisinformationen zum Institut. Insgesamt hat das AWI 1000 Mitarbeiter von denen aber nur die Hälfte fest angestellt ist. Die andere Hälfte sind projektgebundene Wissenschaftler. Die Projekte laufen in der Regel ein paar Jahre und können gegebenenfalls verlängert werden. Spätestens nach der Verlängerung müssen sich die Wissenschaftler aber nach neuen Projekten umschauen. Wissenschaftler müssen heutzutage also sehr flexibel sein.
Die Forschungen am AWI gliedern sich in Geo-, Bio- und Klimawissenschaften. Grundsätzlich werden im Institut nur die Sprachen Deutsch und Englisch angewendet. Finanziert wird das Ganze größtenteils vom Bundesministerium für Bildung und Forschung, aber auch vom Land Bremen.
Der besondere Schwerpunk der Führung lag im Bereich der Expeditionen, hauptsächlich in der Antarktis (Südpol). Dort betreibt das AWI die Forschungsstation Neumayer III, benannt nach dem deutschen Polarforscher Georg von Neumayer und seit 2009 in Betrieb. Diese steht auf dem Ekström-Schelfeis an der Atka-Bucht. Sie ist rund doppelt so groß wie ihre Vorgängerin, die Neumayer-Station II. Besonders an dieser Station ist die neuartige Unterkonstruktion. Die Station wächst sozusagen mit dem Schnee. Im Schneekeller befindet sich eine Hebevorrichtung. Bewegliche Stelzen verhindern, dass die Station im Neuschnee versinkt. Wenn die Stelzen einzeln angehoben werden, werden die Lücken von unten mit Schnee verfüllt, um wieder Standfestigkeit zu erlangen. Da das Schelfeis immer weiter Richtung Ozean weggedrückt wird, wandert auch die Station immer näher ans Wasser. Am Ende ihrer Nutzungszeit, wenn sie zu nah am Wasser ist, kann die Neumayer Station III wieder vollständig abgebaut werden, ohne etwas zu hinterlassen. Auch ihre Vorgängerin, die Neumayer-Station II, wurde möglichst umweltfreundlich entworfen. Bei ihr blieben jedoch zwei große Metallrohre im Eis zurück, welche irgendwann ins Meer fallen werden. Geforscht wird hier in den Bereichen Meteorologie, Geophysik, Luftchemie, Infraschall und marine Akustik.
Besonders hervorgehoben hat Frau Grobe an dieser Stelle die sehr enge Zusammenarbeit der Forschungsanstalten der verschiedenen Nationen. So habe man damals, bei der Entdeckung des Ozon-Lochs, die Daten der verschiedenen Einrichtungen verglichen. Auch heute ist die Zusammenarbeit noch sehr eng – Flüge an die Antarktis werden anderen Forschungseinrichtungen mitgeteilt, um eventuell Materialien und Wissenschaftler mitzunehmen und so die Kosten und Umweltbelastung möglichst gering zu halten.
Das AWI arbeitet hauptsächlich in der Antarktis und Arktis, aber auch in anderen Bereichen unserer Welt wird geforscht. Aktuell viel in der Nähe Grönlands, da hier, genauso wie an der Arktis und Antarktis, mit starken Auswirkungen des Klimawandels zu rechnen ist. Die Gletscher und Eisflächen schmelzen, was von vielen Bewohnern Grönlands noch als durchaus positiv angesehen wird: Die Landwirtschaft profitiert und viele Fischarten wandern immer weiter gen Norden. Dadurch verringert sich jedoch der Salzgehalt im Meer vor Grönland, weshalb einige Forscher fürchten, dass der Golfstrom durch den Klimawandel abschwächen oder gar ganz zum Stillstand kommen könnte. Der Golfstrom bringt sehr viel Wärme nach Nordeuropa – ein Stopp dieses Wärmelieferanten würde hier also ein starkes Sinken der Temperaturen als Folge haben. Das AWI plant deshalb gerade eine weitere Exkursion in den Norden.
In den Forschungsabteilungen des AWI zeigte uns Frau Grobe zwei verschieden Labore: Im ersten analysieren Wissenschaftler die Bestandteile von Meeresbodenproben aus verschiedenen Bereichen und Tiefen. Im zweiten werden Eisproben aus der Antarktis analysiert. Anhand dieser Eisproben lässt sich die Luftkonsistenz vergangener Zeiten ermessen, da sich ab einer gewissen Eisdicke Luftblasen im Eis bilden. Im Labor der Eisproben wird bei minusgraden gearbeitet. Uns war schon nach wenigen Minuten zu kalt, doch Frau Grobe beruhigte uns – die hier arbeitenden Forscher hätten spezielle Anzüge für hiesige Temperaturen. Allgemein hätten sich die Forschungsbedingungen der Forscher verbessert. Ein langfristiger Forschungsaufenthalt sei nun viel erträglicher für die Menschen.
Wir waren sehr erstaunt, wie involviert Deutschland in der Klimaforschung weltweit ist und hoffen, dass dies auch längerfristig so bleibt. Frau Grobe erzählte uns, dass mittlerweile der größte Teil der Besucher des AWIs an den Klimawandel glaubt und den Forschungsergebnissen vertraut. Allgemein sei das Bewusstsein für die Problematik in Deutschland weit verbreitet. Ihre amerikanischen Kollegen hätten, wegen Donald Trumps Umweltpolitik, nicht das Glück auf so viel Verständnis für ihre Arbeiten zu treffen.
Dies war auch schon der Abschluss unserer Exkursionsfahrt nach Bremerhaven. Nach der Führung durch das AWI haben wir uns nur noch – an einigen Statuen und Stolpersteinen vorbei – Richtung Bahnhof begeben, und sind von dort aus über Hannover zurück nach Marburg gefahren.

Chantal Becker und Leon van Alphen

 

 

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