14.01.2011

Wecken um 5 Uhr früh. Abfahrt zum Flughafen um 5.45 Uhr. Viele hängen ihren Gedanken nach. Es heißt Abschied nehmen, von einem faszinierenden Land mit seinen beeindruckenden Menschen und Kulissen. Nicht nur die vielen Widersprüchlichkeiten werden uns wohl noch lange beschäftigen. Freunde und Partner bleiben zurück. Das Internet soll helfen, unseren Austausch über gemeinsame Projekte zu intensivieren und die Situation an unserer Partnerschule zu verbessern.

Der Transport aus dem Franziskanerinnen-Kloster in Mbagala verlief dank der Hilfe von Brother Ismail, der uns trotz des frühen Zeitpunkts verabschiedete, reibungslos. Die Kontrollstationen im Airport waren für viele von uns unerwartet gründlich. (Selbst Sandalen mussten ausgezogen werden, Kaffeedosen wurden vorübergehend eingezogen, wobei ein Messer im Handgepäck die Heimreise erst antreten konnte, nachdem es, zusammen mit dem Rucksack, gesondert abgefertigt wurde.) Bei alldem zeigten sich die Kontrolleure äußerst freundlich. Ein Höhepunkt des Fluges war der Blick auf den Gipfel des Kilimanjaro aus der Höhe, der offenbarte, wie weit die globale Erwärmung den Rückgang des Schneefeldes vorangetrieben hat, eine Tatsache, die sich in näherer Zukunft negativ auf die Wasserversorgung, unter anderem auch in Kisomachi, auswirken wird.



Blick aus dem Flugzeug auf den Kilimanjaro
13.01.2011

Am Busbahnhof in Moshi ueberrascht uns Mr. Macha, der frueh aus Kisomachi gekommen ist, um Lebewohl zu sagen. Die Fahrt, ca. 9 Stunden, vermittelt noch einmal einen Blick auf sich veraendernde Vegetationen, z.B. Sisal-Felder, Ananas-Pflanzen, Kokospalmen und Mango-Baeume in Massen. Die Hauptstrasse ist von aermlichen Siedlungen gesaeumt, gepaart mit Verkaufsstaenden jeglicher Art. Richtung "Dar" verwandeln sich die einzeln stehenden Lehmhaeuser in Wellblechsiedlungen, die im Muell (v.a. Plastiktueten und -flaschen) zu versinken drohen. In den Vororten von Daressalaam gesellen sich erste Industrieanlagen dazu, der Verkehr wird dichter, die schon bekannten Staus lassen nicht auf sich warten.

Am Abend  besuchte uns eine befreundete Nonne aus Chipole/Naehe Songea, ca. 1000 km suedlich von Dar (am Lake Nyassa). Schwester Marislawa hatte eine zehnstuendige Busfahrt auf sich genommen, um uns zu sehen und um von ihrer Arbeit und ihrer Situation zu berichten. In ihrem Konvent kuemmert sie sich um etwa 360 Aids-Waisen, vorwiegend Jungen, um ihnen eine schulische Grundausbildung, ca. 3-5 Jahre, sowie anschliessend eine Arbeitsmoeglichkeit in den Doerfern zu ermoeglichen. Eine richtige Ausbildung ist dabei die absolute Ausnahme. Ihre anschauliche und erfrischende Darstellung fuehrte uns wieder einmal vor Augen, an wie vielen Stellen im Lande Hilfe zur Selbsthilfe noetig ist - eine Situation, der wir nicht gerecht werden koennen. Schwester Marislawa, die 2007 zu einem mehrtaegigen Besuch in Gladenbach war und in unserer Schule vor allem juengeren Schuelern von ihren Waisenkindern berichtete, war sehr dankbar fuer einige private Geldspenden die wir von Freunden, auch dem Weltladen Gladenbachg, erhalten hatten.
11.01.2011

Ngorongoro-Krater
Das „Unternehmen Safari, zweiter Tag“, diesmal in Jeeps, drohte bis zur Hauptstraße in Schlammlöchern zu versinken, doch zu unserem Glück hatten wir nicht „irgendwelche“ Jeeps und auch nicht „irgendwelche“ Fahrer.
Durch das perfekte Zusammenspiel von Fahrkünsten und der Robustheit unseres Gefährts erreichten wir trotz der schlechten Straßenbedingungen den Kratereingang.
Der Versuch, für die Schüler einen Schülerrabatt zu erhalten, scheiterte in der Erkenntnis, dass die Parkleitung sie „gnadenlos“ als Erwachsene einstufte und wir deshalb den üblichen hohen Eintrittspreis für ausländische Besucher entrichten mussten. Möge er dem Parkerhalt dienen!!!
Mit gefühlten 70km/h (dem Tacho nach mit „0“) fuhr unser Jeep die schlammige Piste vom Kraterrand bis ins „Innere“. Unterwegs ein faszinierender Blick in den „Innenraum“, Wasser, Weiden, trockene Flächen, Weite. Unten angelangt, machten sich die Bremsen durch beißenden Geruch und deutliche Rauchschwaden bemerkbar. Vom Schaden unbeeindruckt, setzten wir unsere Reise nach dem Motto „no risk no fun“ fort. Landschaft gab`s wie ein paar Tiere auch, aber das interessiert ja keinen, es sei denn, Ihr hättet gern noch etwas von der Begegnung mit einem Löwen und seinen zwei „Frauen“ und 4 Kindern nach Verzehr eines gerissenen Gnus gewusst oder vom „Luftangriff“ einer Schar von Milanen beim Verzehr unserer Lunchpakete (zwei leicht Verletzte), vom gefahrvollen Durchqueren einer riesigen Wasserbüffelherde und mehreren „U-Booten“, die sich beim Auftauchen als Nilpferde entpuppten…
Julian, Moritz

Karatu-Sisters
Acht starke Frauen am Kraterrand
-ein Nonnenkonvent in abgelegener Höhe
-neben Spiritualität harte Arbeit in der Landwirtschaft und Ausbildung junger Frauen
-völlig unberührt vom „Big Five-Tourismus“
-beeindruckende Blumenbeete und –sträucher
-Energiesparbirnen in allen Lampen
-eine der größten Kaffeeplantagen in der Kilimanjaro-Region, von 3 Schwestern betrieben
-Der angebaute Arabica-Kaffee kann nicht einmal zum Anbaupreis verkauft werden.
-liebevoll gestaltete Einfachheit des Anwesens
-beeindruckende Gastfreundlichkeit und Weltoffenheit
-ein unvergessliches Erlebnis
D.Häring/H.Bickel




Einblick in den Ngorongoro-Krater



Mit den Jeeps ueber den Talboden



Kronenkranich



Der Chef vom Tal



Satt und zufrieden...



Burchell-Zebra



"Schlammrutsche"bis zu den Karatu-Sisters (Wer bremst, verliert!)
10.01.2011

Am Montag ging’s dann los zum berühmten Tarangire-Nationalpark. Auf der vierstündigen Fahrt über Arusha konnten wir in der Maasai-Steppe Runddörfer, Rinderherden und ihre rot-blauen Hirten bestaunen.
Im Tarangire-Nationalpark setzte sich die Steppe zunächst fort; später ging sie in Baobab-Bäume, Schirmakazien, Büsche und Gras über.
Die Weite der Landschaft beeindruckte genauso wie die zahlreichen Tiere, vor allem Elefanten, einzeln und in Rudeln bis zu 30 Tieren verschiedener Generationen. Auch Impalas (eine Antilopenart) traten in Rudeln auf, während Giraffen sich einzeln oder zu zweit hohe Bäume zum Fraß vornahmen.
Am Ende unserer 150 km langen Fahrt durch den Nationalpark brachen wir zu unserem Quartier in einem kleinen Kloster auf. Allerdings erschwerte ein schwerer Regenschauer unsere Anreise dorthin, denn er verwandelte die Wege in Matschstraßen, die es zu bezwingen galt. Mit viel Mut und Geschick unseres Busfahrers blieben wir nirgends stehen (oder nur fast), sondern gelangten heil ans Ziel, ins Sister-Haus in Karatu, wo uns Sister Angela und Sister Theresia mit leckeren Speisen erwarteten. Zwei große Schlafsäle konnten wir nutzen, denn die Nähschülerinnen, die sonst darin wohnen, kommen erst nächste Woche aus den Weihnachtsferien zurück.
Jana, Sarah R.






08.01.2011

„Du musst ein Schwein sein (haben) auf dieser Welt“
Für den Rückweg von Kisomachi nach Moshi hatte Pascal Sabbas ein besonderes Programm vorgesehen, die Begegnung mit der Organisation K.E.D.A (Kilimanjaro Ecological Development Association) und den Besuch mehrerer landwirtschaftlicher Projekte zur Armutsbekämpfung. Er selbst ist einer von drei „chairmen“ , zuständig für die „higher region“, die Gegend um Kisomachi.
Mithilfe der NGO K.E.D.A gelingt es, völlig verarmten Bauernfamilien oder Waisen zu ermöglichen, sich auf einem Mindestniveau zu ernähren.
K.E.D.A vergibt an sie eine Ziege oder ein Schwein als Startkapital, mit dem sie sich relativ schnell eine Existenz aufbauen können. Nach dem ersten Wurf geht ein Tier an K.E.D.A zurück, ein weiteres oder zwei an eine Nachbarfamilie, womit ein nachhaltiger Nutzen erzielt wird. Die Tiere werden ausschließlich von Abfällen und eigenen Früchten ernährt. Manches Schwein entwickelt sich zum Mango-Liebhaber. Damit erhält der oben zitierte Prinzen-Titel eine neue Bedeutung.
Anhand eines einleitenden Vortrags und des Besuchs bei zwei von K.E.D.A unterstützten Familien in den „lower lands“wurden wir anschaulich in diese Hilfe zur Selbsthilfe eingeführt.


Besuch bei einer der von K.E.D.A. unterstützten Familien


09.01.2011

Ruhetag im Brothers Centre. Arbeiten an den Dokumentationen und Erholen fuer die langen Fahrten in den kommenden Tagen.
07.01.2011

1. Nachbarschule KILIMANI:
Nachdem wir gestern von unseren afrikanischen Partnern so gravierend unterschaetzt worden waren, konnten wir heute unseren Fleiss sowie unsere Ausdauer, die Gartenarbeit betreffend, unter Beweis stellen. Allerdings ist dazu zu sagen, dass sich unsere werten Herren der Schoepfung den tanzanischen Sitten anpassten und wir Frauen die ganze Arbeit uebernehmen mussten und dies erfolgreich taten.
Lena, Frauke

2. Workshop MALEN:
Auch heute landete die Farbe nicht nur an der Wand. Waehrend unsere eigentliche Aufgabe darin bestand, die Waende der Klassenraeume mit jeweils einem bunten Wandfries zu gestalten, wurden auch Gesichter, Haende und T-Shirts aller Beteiligten bunt.
Vielleicht waren sich unsere Partnerschueler nicht im Klaren darueber, dass die Farbe nicht auswaschbar ist-sie wurden mehrfach darauf hingewiesen-, denn sie trugen alle relativ neue Schuhe, weisse Hemden und frische Schuluniform-Roecke.
Mit viel Glueck kann man in Deutschland unsere Kreativitaet noch anhand von Farbresten an Haaren und Kleidung erkennen.
Jana, Birte, Sarah R.,Johanna Sch.

3.Workshop: Kisomachi-gardening
Nachdem wir gestern unsere Energie unsere Energie dafuer aufgebraucht hatten, den Garten umzugraben- mit sichtbarem Ergebnis in Form von Schwielen an den Haenden, fanden heute chinesische Spinatpflaenzchen im Schulgarten der Kisomachi Sec.School ihr Zuhause.
Unter genauen Anweisungen von Pascal, dem “Profigaertner”, galt es erst einmal, neue Beete anzulegen und diese zu bewaessern, damit sich die Pflanzen auch wohlfuehlen. Dank zahlreicher helfenden Haende und deren Motivation und unter den Augen vieler Zaungaeste aus dem Dorf war das gemeinsame Werk bis zum Mittagessen vollbracht.
Wir hoffen, dass der Spinat den Schuelern in zwei bis drei Wochen mundet.
Elena, Johanna B.

“Scheissegal, wie fertig ich bin, ich habe heute ein Feld gebaut.”(Julian)

Abschiedsabend
Kein Chagga-Cake- schade????
Die Spannung vor dem Abschiedsabend steigt, ob, wie immer, eine gebratene Ziege hereingetragen wird, in Gaenze, versteht sich. Der Chagga-Cake , Ziege mit Bitterkraeutern und Fruechten garniert, gilt bei den Chaggas (Bewohner in der Kilimanjaro-Region) als Zeichen der Gastfreundschaft und als Reisesegen. Die Schuelergruppen zuvor hatten Schauergeschichten ueber das die Besucher anstarrende selbst geschlachtete Tier erzaehlt. Andererseits?? Zwei quietschgruen-weisse Puderzuckerkuchen, bemalt mit “Gladenbach” und “Wilkome”, fuer einen horrenden Preis in einem neuen staedtischen Supermarkt erstanden, kann die einmalige Erfahrung der Chagga-Cake-Tradition nicht wirklich ersetzen.
Sehr herzliche Worte des Dankes und des Lobs an unsere SchuelerInnen, vor allem auch der Klasse 9G1, findet Daniel Njiu, der Schulleiter. Er sagt zu, dass seine Schueler oefter Gelegenheit erhalten sollen, die Schule mit Farben zu gestalten.
Der grosse, neue OXFORD-Weltatlas, den wir der Schule von Herrn Proetzel ueberreicht haben, ist im besten Sinne sehr gut angekommen, denn D.Njiu vertiefte sich am Nachmittag intensiv in ihn und las die angehaengten Texte ueber globale Zusammenhaenge etc. Moege er vo.a. den SchuelerInnen nuetzlich sein!


Der Schulleiter D. Njiu zeigt das Gladenbacher Gastgeschenk, einen neuen Weltatlas.



Neue Schriftzuege im Eingangsbereich


Herzlich Willkommen - Du bist angelangt!



Birte Dersch (3.v.l.) ueberreicht stellvertretend die von der 9G1 erarbeiteten Projektgelder fuer die beiden Mais-Muehlen an den Projektkoordinator Mr. Macha. Im Hintergrund das fast fertige Gebaeude fuer die Unterbringung der Maschinen.



Uebergabe der Digitalkamera und der Fachliteratur an den IT-Fachmann der Kisomachi Schule, Mr. Mshanga.



Abschiedsbild
06.01.2011

Unser Watchman in Uniform haette uns auf den eigens fuer uns gekauften, noch eingeschweissten Matratzen ruhig schlafen lassen, haette uns nicht ein ploetzlich brechender Wasserhahn aus dem ersten Schlafversuch gerissen.
Fruehes Aufwachen wie immer- zu Hause duerfte es 4.30 Uhr sein (hier 6.30 Uhr), die Aussicht auf das fruchtbare huegelige Umland faszinierend.
Beatrice, die fuer uns engagierte Koechin, hatte “Arme Ritter” zubereitet, normalerweise gibt es Tee und Ugali. (Maisbrei)

Danach drei Workcamps mit den Partnerschuelern, die natuerlich in ihrer besten Kleidung, der Schuluniform, erschienen sind.:

1.    Unkraut- Jaeten in Kisomachi:
Auch eine excellente Kooperation konnte nicht wirklich fuer die harte Arbeit mit der Hacke auf hartem Staubboden begeistern: irgendwie moechte man was sehen, also nicht rausreissen, sondern pflanzen.

2.    Malen:
Der Schulleiter Daniel Njiu aeusserte die Bitte, den Eingang neu zu gestalten, einen Gruss und  den Namen  der Schule anzubringen. Frisches Loslegen, gerade die PartnerschuelerInnen waren begeistert dabei, auch Baeume und Steine waren vor den Farben nicht sicher. Nicht wundern: die Farbflaschen der letzten beiden Schueler-Begegnungen (2006 und 2008) standen noch ungenutzt in einem Abstellraum: man koennte jetzt das ganze Dorf anmalen. Das Fach Kunst gibt es nicht, man hat einfach andere Probleme.

Impressionen
Kahle Raeume, von Bildern keine Spur, nichts, was auf Unterricht hinweist-dreckiggelbe Waende, passend zum Fussboden, der, vom erdigen Braun ueberlagert, von den Resten der letzten Schulwochen vor den grossen Ferien, und dem Staub aus roter Erde, der ueber Wochen durch zerbrochene Fenster Raum und Mobiliar in Besitz genommen hat.
Mit Tesakrepp einen Streifen in Koerperhoehe, die Fenster einschliessend, ueber drei Waende hinweg aufkleben.
Frei Hand mit Farbflecken entsteht ein buntes Band, welches sich in diesem ungewohnten Umfeld erst einfuehlen muss…
Kehrt den Dreck aus meinem Raum, verbergt diesen, holt die Baenke aus ihrem Chaos.
Ein Klassenraum zum Vorzeigen entsteht.

3.    Schoesslinge -Pflanzen in der NachbarschuleKILIMANI
Unter fachkundiger Anleitung und Erklaerung durch Pascal, de rim Schoolboard der Schule ist, warden ein Avocado-Baum, ein Orangen- und Zitronen-Baum und verschiedene exotische Baeume gesetzt. Eine Zeitlang dauerte es, bis klar war, dass auch wir Mzungus (Weissen) arbeiten koennen, daher am Anfang eine laengere Pause----
Am Nachmittag Gang durch den “botanical garden” Pascals, de runs neben der “sleeping princess”(einer Schoenheit von Blume), Kaffeestraucher, oekologische Bewaesserung und seinen Ziegenbock (irische Abstammung) vorfuehrte. Wir waren nicht die einzigen internationalen Besucher: auch ein Kisuahili sprechender japanischer Forscher stellte kluge Fragen.
Auf dem Rueckweg- just a short cut - wurde uns versichert - taten wir Mrs Umbella, einer aelteren Lehrerin, zum Namenstag (Sie heist Epiphania) den Gefallen, an ihrem Haus vorbeizugehen und Fotos zu schiessen. Attraktion fuer alle Nachbarn!
Der Weg entpuppte sich als schweisstreibender downhiil und uphill- Umweg.
Zur Entspannung fuer viele ein lockers Fussballspiel mit unseren Partnerschuelern, beobachtet von einem begeisterten Dorfpublikum, neben uns Valence, ein fliessend Englisch sprechender 7Jaehriger aus Kisomachi, die meisten Grundschueler koennen nur Kisuahili und einige englische Begruessungsformeln.
Im Hintergrund Chorgesang in der neuen Kathedrale, vital dirigiert von Hilda, Chorleiterin und Leiterin der Schulbibliothek, Hilda kann vierstimmig singen (Gesamtgruppe)'










Zum Glück kann man übers Internet nicht riechen!
04.01.2011

Nach einer für die meisten sehr kurzen Nacht begann der Tag früher als gewohnt – schon um viertel nach sieben. Obwohl unser Bus aufgrund eines platten Reifens verspätet ankam, erreichten wir das KCMC doch noch rechtzeitig. Dort sahen wir uns die pharmakologische Abteilung (Saint Luke Foundation) an, die von dem deutschen Ärztehepaar Köhler aus Würzburg verwaltet wird. Frau Köhler führte uns durch die Anlage und erläuterte uns die Arbeit der NGO. Die Saint Luke Foundation ist Teil eines Krankenhauses und stellt seit 25 Jahren Infusionslösungen her. Dafür wird die „reverse osmosis“ benutzt, ein Verfahren, bei dem aus Urin und Abwasser reines Wasser hergestellt wird, was in Verbindung mit Zucker oder Salz zu einer Infusionslösung führt. Der Rundgang endete damit, dass Frau Köhler uns ihre Arbeit mit HIV-Patienten erklärte.
Der Nachmittag stand uns zur freien Verfügung und ein Großteil der Gruppe nutzte ihn, um die letzten Mitbringsel zu kaufen, da es dazu in Kisomachi bzw. im Nationalpark wahrscheinlich keine Möglichkeit geben wird.
Birte, Lena



Tradition vs. Gesetz

Am Abend besuchte uns noch eine Vertreterin von KWIECO (Kilimanjaro Women Information Exchange and Consultancy Organization) namens Elizabeth Minde. Sie erzählte uns von ihrer Organisation, die sich hauptsächlich für die Menschenrechte, besonders derer der Frauen, einsetzt. Dabei machte sie uns darauf aufmerksam, dass Frauen und Männer vor dem Gesetz zwar gleichgestellt sind, aber dass die Tradition immer noch dafür sorgt, dass Frauen unterdrückt werden. Das liegt daran, dass die Einhaltung der Gesetze von Männern überwacht wird, die an den alten Traditionen, z.B. der Hausfrauen- und Familienrolle, festhalten. Auffällig dabei ist, dass diese Traditionen auch von Frauen an ihre Kinder weitergegeben werden und dadurch die Aufklärung erschwert wird. Ihre Aufgabe sieht Frau Minde darin, als Rechtsanwältin Frauen zu stärken und dafür zu sorgen, dass diese gestärkt ihre Rechte vor Gericht einklagen. (www.kwieco.com)
Silvan, Birte



Frau Koehler vom KCMC bei der Begruessung



Umkehr-Osmose (Technik aus Deutschland)



Elizabeth Minde von KWIECO

 

Europaschule Gladenbach

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