... und das nicht nur irgendwo in Europa, sondern auch hier bei uns. Genauer in einem idyllischen Steinbruchsee bei Bottenhorn. Denn der Eindruck der spiegelglatten und ruhigen Wasseroberfläche trügt. Darunter „herrscht Krieg“, wie der leitende Diplombiologe Christoph Dümpelmann den Mitgliedern der Vivarien AG an jenem sonnigen Samstagmorgen im September erklärte.

Das Problem: Der invasive Amerikanische Signalkrebs verdrängt unseren heimischen Edelkrebs, indem er sich rasant vermehrt, dabei auch noch einheimischen Amphibienlaich frisst und für seine Konkurrenten vor allem auch ein potenzieller Überträger der Krebspest ist.
Aus diesem Grund beteiligte sich die Vivarien AG am seit 2014 laufenden Krebsprojekt und klärte dabei viele Fragen zum Naturschutz vor Ort. Warum sollte man z.B. nicht in diesem herrlich klaren See baden dürfen? Reine Schikane im Hitzesommer? Nein, aber wer konnte schon ahnen, dass man mit seiner Badehose die Sporen des Krebspesterregers einschleppen kann...

Um den Edelkrebs zu retten, war unser erklärtes Tagesziel, möglichst viele Signalkrebse mit Reusen herauszufangen. Da das Projekt wissenschaftlich betreut wird, haben die SchülerInnen dabei alle Krebse gezählt, bestimmt, vermessen und protokolliert; und das mit einem erstaunlichen Ergebnis: Mehr als 800 Signalkrebse von durchschnittlich 9 cm Länge und einem starken Weibchenüberschuss standen lediglich acht europäischen Edelkrebsen gegenüber.

Und weil die vielen wichtigen Erkenntnisse und Eindrücke des Tages aber nun nicht verebben sollen, hat sich die Vivarien AG fest vorgenommen, auch weiter auf den Schutz der versteckten Scherenträger aufmerksam zu machen.
Demnächst auch mit Unterstützung einiger echter Europäischer Edelkrebse im Gladenbacher Schulvivarium...