Bericht von einem Expertenbesuch im Religionsunterricht in zwei 8.Realschulklassen am 24.4.18

 

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Im Rahmen des Themas „Helfend handeln – Diakonie?“ hatten die beiden Klassen 8R1 und 8R2 sich im Vorhinein durch Präsentationen zum Angebot der Diakonie in Frankfurt beschäftigt, z.B. zu Wohnungslosen, Jugendlichen in Wohngruppen, Kinderbetreuung, Frauenarbeit und Suchthilfe, aber auch Alten- und Behindertenhilfe. Aber heute sollten sie Genaueres von Gladenbach und der Umgebung erfahren, dazu hatte Frau EIB den Besuch von Experten zum Thema im Klassenraum organisiert.

Wer sind eigentlich Hilfebedürftige in unserer Nähe, nur etwa alte Leute? Welcher sozialen Probleme sind von der Diakonie zu lösen? Wie wird die Hilfe organisiert? Woher kommen die nötigen Rollstühle oder Badewannenlifter? Was braucht man denn für eine Ausbildung, um in der Diakonie zu arbeiten? Und bezahlt das eigentlich die Kirche oder doch die Pflegeversicherung? Macht so ein Beruf denn auch Spaß? Kann man gut davon leben? Für den besonderen Besuch hatten sich die Schüler und Schülerinnen beider Klassen diese Fragen überlegt und waren nun gespannt, was es dazu zu hören gäbe.

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Frau Gruber von der Diakonie Biedenkopf berichtete aus ihrer Praxis in Biedenkopf und Gladenbach. So erzählte sie von Ihren Aufgaben bei der Organisation des inzwischen beliebten Secondhand-Ladens für Menschen mit kleinem Budget, der in einem Jahr zu einem erfolgreichen Projekt in Gladenbach in der Marktstraße geworden sei. Sie hatte den Schülern einen Ratesack mitgebracht, aus dem diese jeweils verschiedene Gegenstände aus dem Alltag der Diakonie herausgreifen und den Arbeitsschwerpunkten zuordnen sollten, die per Plakat an der Tafel zu lesen waren. Eine Babylatzhose als Symbol für Familienhilfe, ein Kuli stellvertretend für die Hilfe beim Ausfüllen von Formularen und Anträgen, ein Jägermeisterfläschchen als Beispiel für die Suchthilfearbeit mit Vermittlung von Therapeuten, ein leeres Portemonnaie für Schuldnerberatung oder allgemeine Lebenshilfe und eine Puppe ohne Kleider stellvertretend für das Beratungsangebot für ungewollt Schwangere/Familienberatung und ein Kinderspielzeugkorbstuhl für die Mutter-Kind-Kuren. So gewannen die Schüler spielerisch und im Gespräch einen „bunten“ Überblick über die Arbeit vor Ort von Frau Gruber.

013Ihr Kollege, der geschäftsführende Leiter der Diakonie, Ralf Kuntscher aus Gladenbach, an unserem Schulstandort hatte schon vorher von sich erzählt, wie er zu dem Beruf Altenpfleger gekommen sei und dann später Pflegewissenschaft studiert hätte. Womit er täglich zu tun hat, das konnte jeder gut beim Zuhören und Fragen stellen verstehen. Er berichtete von den 360 Klienten aus 8 Großgemeinden, die zurzeit unserer Umgebung zu betreuen seien und wie er Hand in Hand mit dem Medizinischen Dienst und den Vertretern der Pflegekassen, den Physiotherapeuten und Ärzten zusammenarbeiten müsste, um psychisch und physisch kranken Menschen ein Leben in Würde und Respekt zu ermöglichen, passend zur ursprünglichen Bedeutung von „Diakonie“, dienen, Nächstenliebe. Dabei hörten die Schüler und Schülerinnen sowohl von den 5 Pflegesäulen mit den gesetzlichen Rahmenbedingungen/ Versicherungen, als auch von den einzelnen Krankheiten wie Depressionen, Arthrose, Diabetes, Demenz, Burnout und konkreten Hilfs-/Pflegemaßnahmen im Alltag. Natürlich kam die Rede auch auf Probleme mit manchmal etwas unwilligen, älteren Menschen oder den Angehörigen, aber auch deren Freude über Erfolge und echte Hilfe, die dazugehöre. Schließlich berichtete die mitanwesende Studentin der Pädagogik aus Marburg, warum sie gerade Praktikum bei der Diakonie machen wollte. Den helfenden Umgang mit Menschen im Beruf fanden jedenfalls alle drei Besucher noch immer sehr reizvoll.

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