Das hatte am letzten Abend niemand von uns erwartet. Zum 25. jaehrigen Jubilaeum der Gladenbacher Aufenthalte im Brothers‘ Centre Moshi hatten sich die Brueder allerlei Ueberraschungen ausgedacht. Vor dem besonders koestlichen Supper aus acht Schuesseln wurden Sekt, Wein und eine Zuckertorte aufgefahren, dazu gab es eine Art Tischfeuerwerk im Kleinformat. Dabei sangen die Gladenbacher Schueler auf Wunsch der Brueder deutsche Lieder. Brother Deogratias – neuer Leiter des Klosters – hielt eine kleine Jubilaeumsrede, dankte fuer unsere langjaehrige Freundschaft und Bestaendigkeit. Keine europaeische Gruppe sei bisher ueber so viele Jahre bei ihnen eingekehrt. Darauf haben wir dann alle gemeinsam froehlich angestossen.

Aber das sollte noch nicht alles ein.

Nach dem Abendessen fuehrten sechs junge Brueder und Francis, der Sohn der Koechin Marietta, einen Chagga-Tanz auf. Brother Benedict erklaerte uns, dass Musik und Tanz den Kampf eines jungen Maedchens um schulische Bildung zum Ausdruck bringt. Wir Gladenbacher wurden einbezogen, tanzten und sangen ausgelassen mit den Bruedern und Koechinnen - ein wunderbarer Abschiedsabend.

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Seit 1948 gibt es die Universal Declaration of Human Rights, der Beginn der weltweit geltenden Konzeption der Menschenrechte. Aber auch wenn die Universal Declaration of Human Rights fuer alle Laender gelten sollte, gibt es doch noch grosse Unterschiede in der Umsetzung der Menschenrechte, vor allem auch im Hinblick auf die Rechte der Frau in verschiedenen Laendern.

In Moshi hatten wir die Moeglichkeit die Frauenrechtlerin Elizabeth Minde kennenzulernen, die einen kleinen Vortrag zum Thema Menschen- und speziell Frauenrechte vorbereitet hatte und uns anschliessend die Moeglichkeit gab, Fragen zu stellen. Mrs. Minde erklaerte, dass sich die Menschenrechte ueber die Jahre entwickelt haben und in den letzten Jahren immer mehr Aufmerksamkeit bekaemen. Sie betonte, dass es in in Tansania kaum Geschlechtergerechtigkeit gaebe, weil die Umsetzung der Menschenrechte stark von den patriarchalen Strukturen der Gesellschaft beeinflusst seien.

Ein zentraler Punkt der Menschenrechte ist Artikel 1, der besagt, dass alle Menschen gleich sind. Nichtsdestotrotz werden die Rechte von Frauen und Kindern in Tansania nicht immer geachtet und sie wuerden z.T. als Menschen zweiter Klasse gesehen werden. Wenn sich zum Beispiel eine Frau von ihrem Mann scheiden lassen moechte, dann ist das nach dem Gesetz zwar moeglich, ist aber realistisch betrachtet keine Option fuer die Frau, da die Frau dann weder Geld noch Obdach und Sicherheit haette.

Auch das Recht auf Bildung wird in Tansania nicht konsequent eingehalten. Es gibt viele Kinder in Tansania, die nicht zur Schule gehen, obwohl die Secondary Schools unter der neuen Regierung frei zu besuchen sind. Ausserdem gibt es das Gesetz, dass Maedchen, wenn sie schwanger sind, nicht mehr zur Schule gehen duerfen. Dieses Gesetz ist nach Mindes Meinung nicht sinnvoll, weil Bildung zentral ist, um das Abrutschen in die Armut zu verhindern. In Tansania ist es ein Tabu-Thema ueber Sex zu sprechen, weshalb Kinder meist nicht genug Wissen ueber dieses Thema haben, da weder in Schulen noch im Elternhaus darueber gesprochen wird.

Darueber hinaus ist haeusliche Gewalt keine Seltenheit. Da dies oft vor den Augen der Kinder geschieht, bekommen die Kinder das Gefuehl, dass Gewalt gegen Frauen normal sei. So wird dieses Denken ueber Generationen hinweg weitergegeben. Elisabeth Minde will das aendern. Als Rechtanwaeltin in der Organisation KWIECO geht Elisabeth Minde in Schulen, um die Ideen der Menschenrechte und die Gleichberechtigung zwischen Mann und Frau zu verbreiten sowie den jungen Kindern beizubringen, dass sie Rechte haben und sie dazu ermutigen, fuer ihre Rechte einzutreten. Die Situation in Tansania hat sich aber auch schon verbessert. Zum Beispiel sind heute mehr Maedchen in Schulen – dank Menschen wie Elisabeth Minde, die seit Jahren dafuer kaempfen.

Trotzdem ist es in Teilen noch schwer, die Menschenrechte mit der tansanischen Kultur zu vereinen. Wenn zum Beispiel ein Maedchen sagt, es moechte zur Schule gehen, muss sie sich haeufig dafuer rechtfertigen, da vor allem in den laendlichen Gegenden, sie auf die Arbeit als Hausfrau vorbereitet werden sollen und dabei ist die Schule keine grosse Hilfe.

Die jetzige Regierung tut sich teilweise schwer, die Menschenrecht im Land konsequent durchzusetzen und sieht die Protestdemonstrationen fuer die Menschenrechte als einen Kampf gegen die Regierung an. Zum Beispiel spricht sich die Regierung auch offen gegen Homosexualitaet aus. Darueber hinaus gibt es in Tansania einige Ethnien, wie zum Beispiel die Massai, bei denen es schwerer ist, die Ideen der Menschenrechte zu verbreiten, weil sie ihre eigenen Regeln und ihre eigene Kultur haben, die sich nicht einfach mit den Ideen der Menschenrechte vereinbaren lassen. Dies spiegelt sich auch in ihrer Sprache wieder: in manchen indigenen Sprachen gibt es beispielsweisse gar kein Wort fuer Scheidung, da dieses Konzept in ihren Staemmen nicht bekannt ist.

 

Since 1948 the Universal Declaration of Human Rights is supposed to be manifested in every country around the world. However, there are severe differences between different countries, especially when it comes to women’s rights.
Here in Moshi, we had the possibility to meet Elibaeth Minde, a women’s rights activist, who had prepared a short talk on human and women’s rights in Tanzania. After her presentation we had the possibility to ask her some questions about Tanzania and human rights in general. Mrs. Minde explained that the human rights have developed and become more important over the years. She stressed that gender equality is still a problem in Tanzania as the realization of human rights is influenced by the patriarchic structure of the society.

One central aspect of the human rights is Article One saying that everyone is created equal. However, the rights of women and children are not always granted in Tanzania and they are sometimes perceived as second class citizens. For instance the law allows women to get a divorce from her husband, but realistically she’d lose all her money, her home and her security which is why a divorce is no real option for women in Tanzania.

The right to education is also not always given in Tanzania. Many children don’t go to school even though the government has just passed a law which grants free education in Secondary Schools. In contrast, there is also a law which prevents girls from going to school if they’ve become pregnant. Elizabeth Minde strongly emphasized how problematic this law is since without education the girls are more likely to live in poverty. Overall, it is a taboo in Tanzania to talk freely about sex which is why a lot of children and teenagers don’t have enough knowledge to protect themselves from unwanted pregnancies or diseases. Neither the schools nor the parents consequently educate the children on this topic.

Moreover, domestic violence is common as well. As children are often confronted with domestic violence, they are given the impression that violence especially against women is normal. Elisabeth Minde wants to change this. As a lawyer for KWIECO she goes into schools to teach and inform children about human rights and gender equality. Thereby, she wants to show children that they have certain rights and should fight for them.
Still, the situation in Tanzania has also improved in some parts. For example nowadays significantly more girls go to school than a few years ago – also because of women like Elisabeth Minde is fighting for their rights.

Nevertheless, it is still difficult to embed human rights in Tanzanian culture. For example girls often have to justify when they want to attend school as school won’t teach them any skills necessary for a housewife. That’s just one example, how the current government is having troubles implementing human rights in the country. Another example is the government’s open fight against homosexuality.

In addition, there are some ethnics in Tanzania that live in rural areas where it is especially difficult to spread the idea of human rights as they have their own rules and cultures. This can also be seen in their use of language: in some indigenous languages there is no word for divorce because this concept is not known to their society.

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Da das Dorf Kisomachi, indem sich auch unsere Partnerschule Kisomachi Secondary School befindet, sehr katholisch geprägt ist, hatten wir die Möglichkeit am Sonntag den 29. September einen der vier Gottesdienste der katholischen Kirche zu besuchen.
Wir nahmen an dem zweiten Gottesdienst teil, welcher von 7:30 bis 9:45 Uhr stattfand und somit ueber zwei Stunden lang war.

Solch eine Länge für einen normalen Gottesdienst ist in Tansania zwar Gang und Gebe, für deutsche Verhältnisse allerdings sehr lang.
Was uns unabhängig vom Gottesdienst auffiel war, dass die Kirche das größte und prächtigste Gebäude gemeinsam mit der Residenz des Pfarrers des Dorfes war.
Das hängt damit zusammen, dass Religion in Tansania einerseits noch einen sehr hohen Stellenwert genießt und andererseits die katholische Kirche zusätzlich sehr viel Geld in missionarische Projekte investiert(Schule, Kloster, Gesundheitswesen, etc.).
Bezüglich des Gottesdienstes fiel uns im Ablauf der Rituale kein großer Unterschied zu einem in Deutschland stattfindenden katholischen Gottesdienst auf.
Was jedoch in Kontrast zu Deutschland auffaellt, ist zum einen die Besucherzahl, die deutlich über dem deutschen Durchschnitt liegt und zum anderen die zum Teil auftretenden spirituellen Erfahrungen der Gottesdienstteilnehmer. Erwaehnenswert ist zudem, dass meistens Frauen, Maenner und Kinder gegtrennt voneinander in den Kirchenbaenken sitzen. Ein weiterer Unterschied liegt in der Sammlung der Kollekten. Dreimal ging insgesamt der Klingelbeutel fuer unterschiedliche Zwecke und Sammlungen herum.

Auch dass am Ende des Gottesdienstes ein lokaler Politiker das Wort vor der Gemeinde ergreift, wäre in Deutschland während eines normalen Gottesdienstes undenkbar.
Desweiteren gab es einen sehr großen Chor, der seine häufigen Auftritte mit sehr großem Elan bestritt und von einem Keyboard, Trommeln und Rasseln begleitet wurde.

Letztendlich lässt sich sagen, dass dieser Gottesdienst, den unsere Partner wöchentlich besuchen müssen, eine besondere Erfahrung war, die wir so schnell nicht vergessen werden.

Tag 1

20 Kisomachi SchuelerInnen aus allen Klassenstufen (Forms) und 20 SchuelerInnen aus Gladenbach warten gespannt auf den Beginn des Workcamps.
Das Einstiegsspiel zielt auf die Meinung aller SchuelerInnen zu den Menschenrechten.
Zufallsgruppen, jeweils paarweise erpuzzelt, arbeiten am ersten Tag an Texten zu ausgewaehlten Menschenrechten.


Tag 2 und 3

Neigungsgruppen, die sich mit Musik, Wallpainting oder Theater beschaeftigen, bilden sich.
So entstehen eine Auffuehrung des Liedes „ Die Gedanken sind frei“ in einer deutschen, englischen und einer Suaheli-Version.

An der Wand im Innenhof der Schule entstehen bunte Umrisse von Menschen, die fuer grundsaetzliche Menschenrechte wie Education, Tolerance, Liberty, Equality etc. demonstrieren.

Parallel entwickelt die Theatergruppe ein Theaterstueck einer Demonstration, bei denen eine Gruppe ueber Gender Equality und eine weitere Gruppe ueber Education Rights diskutiert. Die Beitraege werden von Liedern und Plakaten untermalt.

Die Zusammenarbeit zwischen den Gladenbacher und den Kisomachi-SchuelerInnen gelingt gut, mit Eifer sind alle dabei.
Sowohl im Praxis als auch im Theorieteil arbeiten die Lehrer der Kisomachi Secondary School Hand in Hand mit den deutschen Kollegen. Auf der 25-Jahr-Feier werden die Ergebnisse praesentiert und gewuerdigt. Es beeindruckt das gesamte Publikum, „Die Gedanken sind frei“ in den drei Sprachen zu hoeren und auch die lauten Jugendstimmen fuer das Recht auf Education und Gender Equality begeistern die zuschauenden Lehrer und Schueler beider Schulen.

 

Day 1

20 students from Kisomachi Secondary School, two students of each form, and 20 students from the Europaschule Gladenbach eagerly wait for the beginning of our Workcamp on Human Rights.
We start with a game focusing on the students` opinion on some basic human rights. With help of a puzzle the pairs form random groups for discussion on selected texts.


Day 2 and 3

The students form three groups according to their interests: music, wall painting and theatre.
The music group works on the song Thoughts are free which the students unitedly rehearse in German, English and Swahili.
The painting group chose a wall in the courtyard on which they painted colorful silhouettes of people demonstrating for basic human rights like Education, Tolerance, Liberty, Equality etc.
The theatre group invents a creative play in which people demonstrate for and discuss about Gender Equality and Education. They include songs and posters to support their play.

The German and Tanzanian students cooperate well and are very creative. The Tanzanian and German teachers work hand in hand.

In the evening during the celebration of the 25th anniversary of our partnership the song and the play are successfully presented and the students and teachers of both schools are excited about the results.

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Mit unserem gelaendetauglichen Toyota Bus besuchten wir am Morgen des 25.09. die Organisation KEDA (Kilimanjaro Environmental Developing Association). Pascal Sabbas und Mr. Shiring gehoeren zu den Gruendungsmitgliedern, die seit 1992 mit 62 Kleinbauern und einigen Umweltexperten dem Klimawandel am Kilimanjaro begegnen. Die Nicht-Regierungsorganisation KEDA sieht es seidem als ihre Mission, die Situation der Kleinbauern durch verschiedene Massnahmen zu verbessern. Dazu zaehlen unter anderem Hilfe bei der Bienenhaltung, der Schweinezucht, Aufforstung, Huehnerhaltung, Milchziegenhaltung und IT-Schulungen.

Seit einigen Jahren wird KEDA durch die Universitaet Sheffield in England unterstuetzt. Man kann z.B. auch ein Voluntariat bei KEDA absolvieren. Emmanuel, der seit einigen Jahren IT-Mitarbeiter bei KEDA ist, sorgt fuer die Vernetzung mit der Universitaet.

Im Anschluss an den Vortrag ueber die Organisation und ein leckeres, zweites Fruehstueck z.B. mit Teigtaschen, besichtigten wir das Milchziegenprojekt und eine Baumschule bei einer aelteren Witwe und ihren Enkeln. Das Projekt verlaeuft folgendermassen:
KEDA stellt der Witwe eine Ziege zur Verfuegung, deren Nachkommen dann an beduerftige Nachbarn weitergegeben werden. Beeindruckt hat uns dabei vor allem die Hilfe zur Selbsthilfe. Durch einfache landwirtschaftliche Methoden wird den Menschen eine bessere Lebenssituation ermoeglicht, die auch unter den Bedingungen des Klimawandels zukunftsfaehig ist.

Tag7

Nach unserem Fruehstueck um 8 Uhr brachen wir zu unserem Ausflug in den Regenwald “Rau Forest” auf. Dieser erstreckt sih ueber eine Flaeche von 15 Kilometern im Sueden Moshis. Nachdem wir von seinem satten Gruen in Empfang genommen wurden, trafen wir auch sogleich auf seine ersten Bewohner: verschiedene Kaefer, giftige Spinnen, Heuschrecken und sogar auf einen Affen, welcher unseren Weg kreuzte, was nicht verwunderlich ist, da der “Rau Forest” dafuer bekannt ist, zwei Affenarten zu beheimaten. Naemlich die Black & White Colubus Monkeys und die Blue Monkeys. Ebenso augenfaellig waren die zahlreichen Schmetterlinge, die um uns herumflogen und in den buntesten Farben schimmerten.

Unsere gesamte Wanderung wurde zudem vom herrlichen Gesang der einheimischen Voegel begleitet.

Das buchstaebliche “Highlight” unseres Ausflugs war der “Milicia excelsa”. Mit einer Hoehe von 51 m zaehlt er zu den hoechsten und aeltesten Baeumen Ostafrikas. Die Rinde des Baumes wird heute noch oft als Heilmittel verwendet.
Im Anschluss daran machten wir einen Abstecher in ein nahgelegenes Reisfeld. Spaeter trafen wir auf dem Rueckweg zu unserem Shuttlebus auf mehrere traditionell afrikanisch gekleidete Einheimische, welche – wie sich spaeter herausstellte – auf dem Weg zu einer Beerdigung im “Rau Forest” waren. Dies ist keine Seltenheit, da der Regenwald oftmals fuer Rituale und Zeremonien der umliegenden Dorfbewohner genutzt wird. Merkwuerdigerweise begegneten wir jedoch keinen der fuer den Regenwald eigentlich typischen Eichhoernchen.

Abschliessend laesst sich der Vormittag im Regenwald jedoch als ein eindrucksvolles und unvergessliches Abenteuer festhalten.

 

We started our journey to the RAU-Forest at 8am after breakfast. This rainforest situated in the south of Moshi has got an area of about 15 square kilometers. As we entered the deep green forest, we were immediately welcomed by its inhabitants: poisonous spiders, bugs, grasshoppers, and monkeys, namely Black & White Colubus Monkeys and Blue Monkeys who are very common here. Our whole journey was accompanied by twittering birds and colorful butterflies.

The highlight of our excursion was the walk to the “Milicia excelsa”, a tree with the height of 51 meters, which belongs to one of the highest and oldest trees in East Africa. Nowadays people from the surrounding villages still use the bark of the tree to heal diseases. We also visited a typical rice field.

On our way back a lot of villagers in traditional clothes crossed our way and we found out that they were on their way to a funeral in the RAU-Forest. The people still hold on to their old rituals and ceremonies.

Finally we can say that our safari to the rainforest was impressive and unforgettable adventure

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Einer der vielen Stämme in Tansania ist der Stamm der Massai. Sie leben im Süden Kenias und im Norden Tansanias. Man vermutet, dass rund eine Million Menschen diesem Stamm angehören. Sie führen eine halbnomadische Lebensweise und verdienen ihren Unterhalt mit Viehhandel und dem Verkauf von Schmuck und Tierprodukten.

Man vermutet, dass es die Massai schon seit dem 15. Jahrhundert gibt und sie seitdem im Osten Afrikas leben. Im 19. Jahrhundert wurde das Bild des kriegerischen Massai etabliert, da sie in dieser Zeit viele Landstriche einnahmen und andere Voelker vertrieben. Sie übten Raubzüge auf Karawanen aus und bedrohten die ansässige Bevölkerung.

Die Massai litten stark unter der Kolonialherrschaft, der Rinderpest und Hungersnöten, wodurch sie viel Einfluss verloren haben.

Ein durchschnittlicher Massai lebt in einer Hütte aus Lehm und Kuhdung, verbringt aber viel Zeit außerhalb der eigenen vier Wände. Sie treiben ihre Herden, welche gleichzeitig ihren sozialen Status und ihr Prestige darstellen, durch die trockenen Gebiete Tansanias, um Wasserquellen für die Tiere zu finden. Ein „guter“ Massai besitzt etwa 50 Rinder und teilt diese meist in kleinere Herden auf, welche oft von anderen Familienmitgliedern geführt werden.

Die Massai verfolgen eine eigene Religion mit dem Fokus auf dem Gott „Engai“, welcher als Schöpfer dargestellt wird. Ihrer Ansicht nach hat ihr Gott ihnen alle Rinder dieser Welt überlassen, weshalb sie viel Wert auf die eigenen Herden legen. Daher sehen sie alle anderen Rinderbesitzer als „Viehdiebe“ an, was ihnen selbst auch erlaubt, diesen ihre Rinder gewaltsam zu nehmen. Dies war früher oft ein Grund für kriegerische Auseinandersetzungen.

Die Massai sprechen eine eigene Sprache, welche „Maa“ genannt wird. Dennoch verfügen die meisten Massai auch über Wissen in Englisch und Swahili, wodurch sie sich auch im Land verständigen können.

Man führt bei den Massai ein polygames Leben, bei welchem die Anzahl der Frauen im Verhältnis zur Anzahl der Rinder steht. Zudem darf ein Massai-Mann einen anderen in seiner Altersgruppe darum bitten, mit dessen Frau zu nächtigen. Dies abzulehnen wird als unhöflich empfunden. Frauen haben bei den Massai kein Mitspracherecht. Es wird immer über sie hinweg entschieden. Ebenso wird bei den Massai die Beschneidung und die weibliche Genitalverstümmelung praktiziert.

Die typische Kleidung eines Massai besteht aus einem rot-schwarz karierten Mantel, welcher den gesamten Körper bedeckt. Zudem tragen sie einen hölzernen Stock, welcher ebenfalls ihren sozialen Status ausdrückt. Je geschmückter der Stock ist, desto höher ist der eigene Rang im Stamm. Die Massai-Frauen tragen viel Schmuck, welcher in ihrem Leben eine wichtige Rolle einnimmt.

Es gibt viele verschiedene Zeremonien bei den Massai, welche auch heute noch praktiziert werden. Das Töten eines Löwen, um eine Frau haben zu dürfen, ist jedoch weitestgehend abgeschafft. Ebenso trinken die Massai oft Rinderblut, welches auch häufig der Nahrung beigemischt wird. Dieses nennt man „saroi“.

Heutzutage gibt es viele Massai, die in Städten leben und Smartphones besitzen. Diese sind unauffällig und nehmen am normalen, sozialen Leben teil. Wenn sie zu ihren Familien zurückkehren können sie aber ebenso das typische Massai-Leben wieder aufnehmen und fügen sich in ihren Stamm ein.

Wir sind auf dem Weg nach Rundugai und zum Ngorongro-Krater durch Massaigebiet gefahren und sind vielen mit ihren Herden und auf Märkten begegnet.

Nach dem gemeinsamen Frühstück machten wir uns um 7:30 auf den Weg zu unserer zweiten Safari, die im Ngorongoro-Krater stattfand. Der Ngorongoro-Krater ist durch einen Vulkanausbruch entstanden und misst heute einen Durchmesser von 16 km. Er ist kein Nationalpark, wie Tarangiere, sondern ein “Conservation Area”, da hier nicht nur Tiere, sondern auch Massai in geschütztem Raum leben.

After finishing our breakfast, we left the Karatu Sisters at 7:30am to start our second Safari in the Ngorongoro Crater. The Ngorongoro Crater  was formed when a large volcano exploded and then collapsed. Nowadays, the crater has a diameter of 16km. Unlike Tarangire, Ngorongoro is not a Nationalpark but a “Conversation Area” since not only animals but also Massai live here side by side in a protected area.


Bereits der Hinweg knüpfte an die abenteuerliche Jeeptour des vorherigen Tages an. Als wir schliesslich am Eingang des Kraters ankamen, konnten wir es kaum erwarten, die Dächer der Jeeps zu öffnen und uns auf unsere Sitze zu stellen, um den Ausblick zu geniessen.

The jeeptour on the way to the crater was as adventurous as it had been the day before. When we finally reached the entrance of the crater,  we could barely wait to open the roof, stand on our seats and enjoy the phenomenal view.


Schon die Einfahrt in den Krater raubte uns den Atem, da man von den steilen Serpentienen aus bereits einen wunderbaren Blick auf das Areal des Kraters hatte. Diese Begeisterung liess auch nach dem Sichten der ersten Tiere nicht nach – im Gegenteil. Wir kamen aus dem Staunen gar nicht mehr raus. Von Zebras über Gnus, bis hin zu Büffeln und Elefanten, nichts blieb uns vorenthalten. Auch Hyänen, Gazellen, Warzenschweine und sogar mehrere Löwen bekamen wir zu Gesicht. Selbst die Jagd einer Hyäne auf eine Gazelle konnten wir hautnah miterleben. Lediglich der heissersehnte Anblick eines Nashorns blieb uns verwehrt. Nicht zu vergessen ist die Mittagspause, welche wir mit der wunderschönen  Sicht auf einen See voller Flusspferde und unseren Lunchpaketen verbringen durften.

Driving into the crater already took our breaths away, as you had a wonderful view of the crater while descending through steep serpentines. We were amazed right from the beginning: We saw zebras, gnus, buffalos as well as elephants. There have also been hyena, gazelles, warthogs and even several lions. In fact, we could even witness a hyena chasing a small gazelle.  Our lunchbreak was also unforgettable: we had a beautiful view of the lake full of hippos and enjoyed our lunch packages.


Nach weiteren zwei Stunden der Kratererkundung stand uns nun die Ausfahrt aus dem Krater bevor, welche die Einfahrt im Hinblick auf die Aussicht und die Umgebung noch einmal übertreffen sollte. Noch während wir diese atemberaubende Aussicht geniessen durften, wurde uns bewusst, dass sich das, was wir an diesem Tag gesehen und erlebt haben, nicht in Worte fassen lässt. Ein riesiges Dankeschön gilt ausserdem unseren tollen Rangern, die uns sicher und mit viel Humor durch unsere zweitägige Safari führten.

After exploring the crater for two more hours we started climbing out of the crater. The ascent with its views and surroundings was even more beautiful than the descent. While enjoying the beauty of it, we realized that it is nearly impossible to describe the experiences we've made on this day. We'd also like to thank our amazing rangers who guided us safely and with a lot of humor through our safari.

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